Sonntag, 12. Februar 2012
Sparpaket verabschiedet

Proteste in Athen sind völlig eskaliert


Heftige Krawalle in Athen

In Athen haben sich Randalierer und Polizei heftige Kämpfe geliefert. Die Bürger protestieren mit drastischen Mitteln gegen die Sparpläne der Regierung - auch die Deutschen werden dabei angegriffen.

Foto: dpa
Athen –  

Total Eskalation in Athen: In der griechischen Hauptstadt protestierten wütende Bürger gegen das geplante Sparpaket der Regierung. Sie warfen Steine und Rauchbomben auf Sicherheitskräfte, griffen auch die Deutschen mit Plakaten scharf an.

Die Unruhen begannen am Sonntagnachmittag. Mehr als 100.000 Demonstranten stürmten den Syntagma-Platz vor dem Parlament, dort wurde über die neuen Sparmaßnahmen debattiert. Rund 100 Demonstranten randalierten: Sie bewarfen Sicherheitskräfte mit Flaschen, Steinen, Geröll und Rauchbomben, ein Beamter musste mit einer Schussverletzung ins Krankenhaus gebracht werden. Etliche weitere Sicherheitskräfte und Protestler wurden verletzt.

Friedliche Demonstranten flohen vor den brutalen Krawallen: Sie suchten in benachbarten Seitenstraßen Zuflucht. Eine nicht bekannte Anzahl von Randalierern wurde festgenommen.

Die Randale weitete sich bis zum Abend in umliegende Straßen aus: Mindestens zehn Gebäude gingen in Flammen auf – ob sich Menschen in den Häusern befanden, war zunächst unklar.

Im Parlament ging unterdessen die Diskussion um die drastischen Sparmaßnahmen weiter. Die Einschnitte sind Bedingung für ein zweites Rettungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro – ohne dieses wäre Griechenland im März zahlungsunfähig.

„Es gibt nur wenige solcher Momente in der Geschichte einer Nation“, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos. „Für unser Land geht es ums blanke Überleben.“

Sparpaket verabschiedet

Während die Randale vor den Türen weiterging, verabschiedete das griechische Parlament in der Nacht zum Montag das harte Sparprogramm.

Bei der Abstimmung im 300 Mitglieder zählenden Parlament votierten 199 Abgeordnete der Sozialisten und der Konservativen sowie einige unabhängige Abgeordnete dafür. Es gab 74 Gegenstimmen von kommunistischen und linken Abgeordneten sowie zahlreichen Abweichlern aus den Reihen der Konservativen und der Sozialisten. Fünf Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Anwesend waren 278 Abgeordnete. „Damit ist das Sparpaket gebilligt“, stellte Parlamentspräsident Filippos Petsalnikos fest.

Auch interessant
Anzeige
Weitere Meldungen aus dem Bereich Politik & Wirtschaft
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verabschiedet den scheidenden Umweltminister Norbert Röttgen (r). Im Hintergrund freut sich dessen Nachfolger Peter Altmaier (CDU).
Umweltminister geht

Bundespräsident Gauck dankte Röttgen für sein langes politisches Engagement und seinen Einsatz für das politische Gemeinwesen: „Ich wünsche mir, dass Sie dies auch künftig tun können.“  Mehr...

Von wegen „I like“ - für die Aktie heißt es derzeit eher Daumen runter.
Anleger enttäuscht

Der zweite Handelstag ist nicht gut verlaufen für die Facebook-Investoren. Der Kurs fiel nach Handelsbeginn am Montag zeitweise auf 33 Dollar.  Mehr...

Locker nach einer FDP-Sitzung: Bahr
Krankenkassen

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will nach wochenlangem Tauziehen gut gestellte Krankenkassen jetzt per Gesetz zwingen, einen Teil ihrer Milliarden-Rücklagen an die Versicherten zurückzugeben.   Mehr...

Anzeige
Politik & Wirtschaft
Anzeige
Anzeige
Handyreporter
Blaulichtkurier
Videos aus Politik & Wirtschaft
Alle Videos
Google Anzeigen
Top Stories
Neueste Bildergalerien
Berliner Kurier