Reisende an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt/Main müssen weiterhin viel Geduld haben. Denn die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat den Streik ihrer etwa 200 sogenannten Vorfeldbeschäftigten erneut verlängert.
Mindestens bis Freitagabend 23 Uhr soll der Ausstand dauern. Das teilte die GdF am Dienstagmorgen mit.
Bis Montagnachmittag wurden 240 der 1.250 für Montag vorgesehenen Flüge gestrichen, das entspricht etwa 20 Prozent. Dennoch laufe der Betrieb „geregelt und mit einer guten Pünktlichkeitsquote“, teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit. Vorrang hätten Langstreckenflüge.
Sicherheit jenseits der Legalität
GdF-Sprecher Matthias Maas zog die Sicherheit am Frankfurter Flughafen in Zweifel. Viele der als Ersatz für die Streikenden eingesetzten Kräfte hätten eine Kurzausbildung von zwei Tagen hinter sich, sagte er. Normalerweise seien dafür sechs bis sieben Monate erforderlich. Außerdem würden die Ruhezeiten nicht mehr eingehalten. „Das ist jenseits der Legalität“, sagte Maas. Viele Piloten achteten selbst darauf, an die richtige Stelle zu gelangen. „Ich kann niemandem empfehlen, ab Frankfurt zu fliegen“, sagte Maas.
Der GdF-Sprecher stellte auch die von Fraport genannten Zahlen der absolvierten Flüge infrage. Da viele Inlandsflüge nach Frankfurt ausfielen, kämen auch weniger Passagiere zu ihren Anschlüssen ins Ausland. Viele Langstreckenflüge seien deshalb nur wenig ausgelastet, sagte Maas.
Die Gewerkschaft verlangt hohe Lohnzuschläge für die Lotsen und Kontrolleure auf dem Vorfeld. Fraport hält die Forderungen für überzogen und wirft der Gewerkschaft eine „starrsinnige Haltung“ vor.
Maas sagte, die GdF sei bereit, sofort mit Fraport weiterzuverhandeln. Falls die Arbeitgeber nicht einlenken sollten, könne der Streik auch noch über den Freitag hinaus verlängert werden. Nicht die Gewerkschaft habe die Verhandlungen verlassen, sondern Fraport habe den Schlichterspruch des früheren Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Ole von Beust (CDU), abgelehnt.
Der Vorschlag sah unter anderem starke Lohnerhöhungen, eine Laufzeit von vier Jahren und die Anstellung der Vorfeld-Beschäftigten in einer neuen Gesellschaft vor. Nun fordert die Gewerkschaft eine zweijährige Laufzeit und weitere Details, die über den Schlichterspruch hinausgehen.

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