Dienstag, 21. Februar 2012
130 Milliarden Euro

Neues Hilfspaket für Griechenland


Griechenlands Premierminister Lucas Papademos (l.) im Gespräch mit dem deutschen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und dem niederländischen Finanzminister Jan Kees.
Griechenlands Premierminister Lucas Papademos (l.) im Gespräch mit dem deutschen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und dem niederländischen Finanzminister Jan Kees.
Foto: dpa
Brüssel –  

Ein weiteres Hilfspaket für Griechenland ist geschnürt - und es ist 130 Milliarden Euro schwer. Allerdings können die Griechen nur mit der neuen internationalen Milliardenhilfe rechnen, wenn die versprochenen politischen Reformen rasch in die Praxis umsetzt werden.

Die Eurogruppe kam nach einem mehr als zwölfstündigen Verhandlungsmarathon überein, das zweite Hilfspaket freizugeben. Das ursprüngliche Ziel, Athens Gesamtschuldenlast bis 2020 von mehr als 160 Prozent auf 120 Prozent der Wirtschaftskraft zu reduzieren, wurde Diplomatenkreisen zufolge nur minimal auf 120,5 Prozent nach oben korrigiert. Letzte Einzelheiten müssen noch festgelegt werden.

Die privaten Gläubiger Griechenlands sollen ihren zunächst geplanten Verzicht von 100 Milliarden Euro oder 50 Prozent des ausgeliehenen Geldes auf 53,5 Prozent ausweiteten.

„Das ist kein Selbstläufer, die Vorbedingungen müssen erfüllt werden“, sagte Wolfgang Schäuble am Dienstagmorgen in Brüssel. Die Hilfe und der Forderungsverzicht der Banken seien „ein Ergebnis, das zu verantworten ist“. Es schaffe die Voraussetzungen dafür, dass Griechenland „auf einen nachhaltigen Pfad der wirtschaftlichen Gesundung“ kommen könne.

Bis Ende des Monats müsse die Regierung in Athen ein ganzes Bündel von Gesetzen auf den Weg bringen, mit denen beispielsweise der Gesundheitssektor, die Kommunalverwaltungen, die Steuerbehörden, die Renten, die Statistiken und der Arbeitsmarkt neu geordnet oder organisiert werden. Anfang März werde die Eurogruppe „unmittelbar“ prüfen, ob diese Zusagen eingehalten worden seien. Ein Treuhandkonto werde sicherstellen, dass der Schuldendienst vorrangig bedient werden könne.

Schäuble beschrieb die Stimmung bei den gut zwölfstündigen Beratungen der Eurogruppe als „gefasst, sachlich“: „Es gab keinen Zweifel, dass wir zu einem Ergebnis kommen mussten.“ Es habe vermieden werden müssen, dass Athen am 20. März Schulden in Höhe von 14,5 Milliarden nicht zurückzahlen könne: „Nach hinten haben wir keine Zeit gehabt.“

Die Bedingungen und Kontrollen für Griechenland seien notwendig gewesen: „Wir haben als Eurogruppe auch eine gewisse Gewährleistungsfunktion gegenüber dem Souverän (den Bürgern) der anderen 16 Mitglieder der Eurogruppe.“ Er fügte hinzu: „Jeder weiß, dass wir aus den Erfahrungen der Vergangenheit natürlich auch die richtigen Konsequenzen ziehen müssen.“

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