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Montag, 25. Februar 2013

Vater erhebt schwere Vorwürfe: Hat Natascha Kampusch uns alle angelogen?


Entführungsopfer Natascha Kampusch
Entführungsopfer Natascha Kampusch
WIEN –  

Nur Stunden nach der Weltpremiere des Kampusch-Films „3096 Tage“ in Wien veröffentlicht am Dienstag der Vater des Entführungsopfers seine Sicht auf das Martyrium. Und schnell wird klar: Er sieht den Fall eher als Mysterium.

Im Buch „Vermisst. Die Suche des Vaters nach Natascha Kampusch“ erhebt Ludwig Koch schwere Vorwürfe gegen seine Tochter.

Zu ihrem Vater Ludwig Koch hat Natascha Kampusch kein gutes Verhältnis.
Zu ihrem Vater Ludwig Koch hat Natascha Kampusch kein gutes Verhältnis.
Foto: dpa

Von einem Tag auf den anderen wurde ihm sein Kind genommen – und er wäre fast daran zerbrochen. „Die Wahrheit liegt zwischen Natascha und mir. Sie blockiert unsere Beziehung. Ich spreche, weil ich sie liebe und zurückwill“, sagt er zum Erscheinen des Buches in London. Der Brite Allan Hall hat „Missing“ für Koch geschrieben und wirft reichlich wunde Punkte in Nataschas Versionen auf.

•Beispiel Kellerverlies: „Es schaut so aus, als wenn in diesem Raum nie jemand für lange Zeit lebte. Das Mädchen aus dem Keller ist ein Mythos. Sie wartete mit ihrer Flucht, bis sie 18 war, weil sie nicht in ein Heim wollte oder zu ihrer Familie zurück.“

•Beispiel Nataschas Beziehung zum Entführer: „Was sich zwischen Natascha und Priklopil entwickelte, was sie für ihn empfunden hat, das erscheint verschleiert. Polizeibeweise lassen mich glauben, dass sie nicht ehrlich war, wenn sie über ihr Leben mit Priklopil spricht.

In späteren Jahren durfte sie in seinem Bett schlafen.“ Für Koch ist klar: Sie entkam, weil sie wollte, und sie blieb lange, weil sie es wollte. Merkwürdig findet der Vater, dass sie ihn „Verbrecher“ nannte, aber sich nach seinem Selbstmord auf seinen Sarg stürzte und weinte.

•Beispiel die Vertuschung von Aussagen einer Zeugin: Weil Ischtar A. gesehen hatte, dass es zwei Männer waren, die Kampusch entführten, hatte sie stets Angst, sie kommen zurück.

•Beispiel Priklopil-Freund Ernst Holzapfel: „Er ist der Schlüssel zum Rätsel. Ich will ihn vor einem Gericht sehen, dass er unter Eid erklärt, was er weiß. Warum hatte Ernst H. nach Nataschas Flucht Zutritt zu Priklopils Haus? Warum fragte er: »Hat er sie getötet?«“

•Beispiel toter Hauptermittler: Franz Kröll deckte viele Ungereimtheiten in Nataschas Leben auf. Sein Bruder ist überzeugt: „Er wurde liquidiert.

3096 Tage (Trailer)
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