Der Angriff radikal-islamischer Taliban auf ein Ausflugshotel am Stadtrand von Kabul ist blutig niedergeschlagen worden. Mindestens 26 Menschen kamen bei den mehrstündigen Gefechten am Freitag ums Leben, darunter sieben Angreifer. Das sagte Kabuls Polizeichef Ajub Salangi.
Unter den Toten sind auch 15 Zivilisten, drei Wachleute und ein Polizist. Den Angaben zufolge hielten sich rund 400 Menschen in dem an einem See gelegenen Anwesen in Kargah auf, als es in der Nacht attackiert wurde.
Die Aufständischen lieferten sich nach dem Angriff stundenlange Gefechte mit afghanischen Sicherheitskräften und internationalen Truppen in dem Anwesen. Zahlreiche Menschen waren vorübergehend als Geiseln genommen worden. Das Hotel ist ein bei wohlhabenden Afghanen beliebtes Ausflugsziel. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Er habe Afghanen und Ausländern gegolten, die das Hotel für „wilde Partys“ missbrauchten.
Wie die Polizei mitteilte, waren drei Selbstmordattentäter der Taliban in der Nacht zum Freitag an das an einem Seeufer gelegene Hotel gestürmt. Demnach trugen sie mit Sprengstoff gefüllte Westen und waren mit Maschinengewehren und Granatwerfern bewaffnet. Vier Hotelgäste konnten sich vor den Geiselnehmern retten, indem sie aus einem Fenster in den darunter gelegenen See sprangen, hieß es weiter.
Ein Sprecher der Taliban teilte derweil mit, die Gruppe habe das Hotel angegriffen, weil dort Ausländer untergebracht seien, die Alkohol trinken und andere Aktivitäten ausüben würden, die der Islam verbiete.
Afghanische Sicherheitskräfte umstellten das Gelände. „Es wird noch immer geschossen“, sagte Schajem. „Wir sind sehr vorsichtig, denn es sind noch immer Zivilisten im Hotel“, fügte er hinzu. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP berichtete von Hubschraubern der NATO-Truppe ISAF, die den Einsatz offenbar unterstützten.

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