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Freitag, 22. Juni 2012

Unwetter: Das ist der Sommeranfang 2012


Die Fahrbahn der Tauernautobahn wurde etwa eineinhalb Meter hoch verschüttet und war auch Freitagfrüh noch in beide Richtungen gesperrt.
Die Fahrbahn der Tauernautobahn wurde etwa eineinhalb Meter hoch verschüttet und war auch Freitagfrüh noch in beide Richtungen gesperrt.
Foto: dpa

Blitzeinschläge, sintflutartiger Regen, Sturmböen - so präsentierte sich der Sommeranfang 2012!

Über das Rheinland zogen in der Nacht zum Freitag heftige Unwetter hinweg. Dutzende Straßen wurden regelrecht geflutet. Bäume knickten wie Streichhölzer um. In weiten teilen war der TV-Empfang gestört - ausgerechnet während des EM-Viertelfinalspiels zwischen Portugal und Tschechien.

Fliegende Ziegelsteine

Doch nicht nur das Rheinland wurde mit voller Wucht erwischt. Ein Blitzeinschlag versetzte Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Darmstadt in Angst und Schrecken. Mehrere Autos wurden von umherfliegenden Ziegelsteinen getroffen. Die Wucht des Blitzes am Donnerstagabend habe den Schornstein zum Einsturz gebracht, teilte die Polizei mit. Insgesamt seien elf Fahrzeuge im Umkreis von 30 Metern von den Trümmern beschädigt worden.

Dach abgedeckt

In Neuwied (Rheinland-Pfalz) wurde ein Dach durch eine Windhose abgedeckt. Von weiteren Gebäuden fielen Ziegel herab. Drei Autos wurden dabei beschädigt. Der Sachschaden beträgt etwa 100.000 Euro.

In Koblenz, Ludwigshafen und Wittlich wurden Pkw von herabfallenden Ästen getroffen. Zwischen Miehlen und Hainau im Rhein-Lahn-Kreis fuhr ein Wagen gegen einen auf der Straße liegenden Baum. In Prümzurlay im Eifelkreis Bitburg-Prüm brach nach einem Blitzeinschlag in einen Strommast ein kleines Feuer in einem Transformator aus, das aber schnell gelöscht werden konnte. Verletzt wurde nach ersten Berichten niemand.

Evakuierungen in Österreich

Besonders schlimm wüteten das Unwetter in der Nacht in Österreich. Es kam zu Überschwemmungen und Murenabgängen. Für einige Gemeinden in der Steiermark wurde Katastrophenalarm gegeben, Ortsteile wurden evakuiert.

Die Wassermassen rissen Autos mit sich, Bahnstrecken mussten gesperrt werden, Stromleitungen waren unterbrochen. Auf der Tauernautobahn in Salzburg wurde ein Auto von einer Schlammlawine verschüttet, der Fahrer wurde schwer verletzt. Im Laufe der Nacht stabilisierte sich die Situation, berichtete die Nachrichtenagentur APA am Freitag.

Dammbrüche und Überschwemmungen

Die Oststeiermark war am stärksten von den Unwettern betroffen. Dort wurden Dammbrüche befürchtet, Teile der Gemeinde und des Nachbarortes waren von Überschwemmungen bedroht. Mehr als 300 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und verbrachten die Nacht in einem Freizeitzentrum. In der Ortschaft Treglwang spülte der starke Regen Schlamm und Geröll meterhoch ins Ortszentrum.

Schlammlawine auf der Tauernautobahn

Auf der Tauernautobahn A 10 in Salzburg ging bei Pongau eine riesige Schlammlawine nieder, die Fahrbahn wurde etwa eineinhalb Meter hoch verschüttet und war auch Freitagfrüh noch in beide Richtungen gesperrt. Ein Auto wurde von der Mure an die Leitplanke gedrückt. Der Fahrer aus Kroatien wurde eingeklemmt und schwer verletzt, die Beifahrerin konnte sich in Sicherheit bringen.

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