Bittere Stunden für Urlauber und Geschäftsreisende, die auf ihren Abflug von Tegel nach Frankfurt planen: die Lufthansa hat bereits vor dem angekündigten Warnstreik an Rheinmain-Flughafen Frankfurt zunächst sieben wichtige - aber nicht alle - Verbindungen gestrichen. Die vorsorglichen Annullierungen betreffen Flüge bis zum Freitagmorgen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hatte einen Warnstreik ab Donnerstag 15 Uhr angekündigt, dann am Morgen nochmals nachgelegt: „Falls es kein Einsehen gibt, werden wir am Freitag von 8.00 bis 22.00 Uhr die Arbeit niederlegen“, sagte GdF-Sprecher Matthias Maas.
Die Gewerkschaft vertritt zwar nur 200 Beschäftigte, die als Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen oder Flugzeug-Einweiser arbeiten streiken. Ohne sie können die Maschinen aber weder landen noch starten, die Passagiere können so weder die Flugzeuge besteigen noch verlassen. Folglich erwartet die Flughafen-Gesellschaft Fraport mit erheblichen Auswirkungen. Dennoch werde man aber auch am Freitag im Falle eines Streiks mindestens die Hälfte des geplanten Flugverkehrs aufrechterhalten.
Lufthansa-Flug 186 ab Frankfurt 15.35h
Lufthansa-Flug 190 ab Frankfurt nach Tegel 17.05h
Lufthansa-Flug 193 ab Tegel nach Frankfurt 17.35h
Lufthansa-Flug 192 ab Frankfurt nach Tegeö 17.50h
Lufthansa-Flug 199 ab Tegel nach Frankfurt 19.50h
Lufthansa-Flug 198 ab Frankfurt nach Tegel 20.55h
Lufthansa-Flug 175 am Freitagmorgen ab Tegel nach Frankfurt 7.35h
Betroffen sind von dem Streik zunächst alle Passagiere, deren Flüge über, von oder nach Frankfurt gebucht sind. Betroffen davon sind vor allem Lufthansa-Passagiere, aber auch Fernreisende, die mit außereuropäischen Airlines wie Air China, Air India oder South African Airways fliegen und in Frankfurt von oder nach Berlin umsteigen.
Da Frankfurt aber als Luftdrehkreuz mit Abstand die meisten Flüge in Deutschland abwickelt, könnten die Flugpläne auch der anderen Flughäfen von den Streiks betroffen sein. Passagiere sollten heute und morgen mögliche Verspätungen, Umbuchungen und schlimmstenfalls Annullierungen in Kauf nehmen.
Hintergrund des Streiks am Frankfurter Flughafen sind gescheiterte Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft lehnte einen Schlichterspruch des früheren Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust (CDU) ab. Die GdF fordert für ihre Mitglieder, die als Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen oder Flugzeug-Einweiser arbeiten, verbesserte Arbeitsbedingungen und deutlich höhere Einkommen.
JS/dpa/dapd

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