Freitag, 9. Dezember 2011
Qualvolle Tierzüchtungen

Das Leiden soll endlich aussterben!


Die qualvollen Tierzüchtungen
Berlin –  

Hunde ohne Fell, Stubentiger, die ohne Schwanz umherstolpern, kurzatmige Möpse – die Liste von sogenannten Qualzüchtungen ließe sich endlos fortsetzen.

Allen ist eines gemein: Die Tiere leiden für Modetrends, werden von Menschen gezüchtet, obwohl sie wegen ihres Körperbaus oft kein normales Leben führen können.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner will gegen Qualzüchtungen vorgehen. In ihrem Entwurf für das neue Tierschutzgesetz plant sie schärfere Regeln gegen die Qualzucht.

„Das bereits bestehende ,Qualzuchtverbot’ soll neu formuliert werden, um seine Umsetzung zu verbessern“, sagte eine Sprecherin des Bundesministeriums. Neben schärferen Kontrollen plant Aigner auch ein Ausstellungsverbot für Tiere mit schmerzhaften Zuchtmerkmalen.

Schon länger hatten Tierschutzverbände die Formulierungen im Tierschutzgesetz als zu schwammig kritisiert. Behörden hätten Schwierigkeiten gehabt, Qualzuchten rechtlich zu verfolgen.

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt daher die Ankündigungen der Bundesverbraucherministerin. „Sie greift damit eine unsere zentralen Forderungen auf“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir gehen davon aus, dass die Ministerin bekannte Qualzuchtformen nun konkret verbieten wird.“

Und nicht nur Haustier & Co. würden vom neuen Tierschutzgesetz profitieren. Auch die betäubungslose Kastration von Ferkeln könnte ab 2017 verboten sein, ginge es nach Aigners Entwurf. Ebenso das Schwänzekupieren bei Schweinen und das Schnabelkürzen bei Hühnern.

Auch ein Auslaufmodell: Brandzeichen bei Pferden. Tierschützer warnen: Das Zeichen verursacht bei Fohlen Verbrennungen Dritten Grades. Das neue Tierschutzgesetz soll im Frühjahr verabschiedet werden.

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