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Neonazi-Pilgerstätte: Grab von Hitlers Eltern aufgelöst


Das Grab von Hitlers Eltern in Leonding
Das Grab von Hitlers Eltern in Leonding
Foto: dpa
Wien/Linz –  

Das Grab der Eltern von Adolf Hitler in Österreich ist aufgelöst worden, weil es als Neonazi-Pilgerstätte galt.

Eine ferne ältere Verwandte des Nazi-Diktators hat jetzt der Auflösung des Grabes auf dem Friedhof Leonding in Nordösterreich zugestimmt, wie der zuständige Pfarrer Kurt Pittertschatscher am Donnerstag sagte. Immer wieder sollen Nazi-Sympathisanten zu dem Grab gekommen sein.

Zuletzt wurde im November eine Vase mit der Aufschrift „Unvergessen“ mit dem Doppel-S in herausgehobenen Runen vor dem großen und gut gepflegten Grabstein mit goldener Inschrift gefunden. Der Verfassungsschutz ermittelte.

Hitler wurde 1889 im österreichischen Braunau geboren. Seine Eltern Alois und Klara Hitler starben 1903 und 1907. Die Grabstätte soll nun neu vergeben werden.

Der Sprecher eines österreichischen Netzwerkes gegen Rechtsextremismus, Robert Eiter, sagte der dpa: „Man weiß, dass das Grab schon länger von Neonazis als Pilgerstätte missbraucht worden ist.“ Einwohner von Leonding hätten berichtet, ab und zu seien Busse mit Hitler-Verehrern oder Neonazi-Sympathisanten vorgefahren. Auch neugierige Touristen hätten das Grab besucht. 2009 habe eine Plakette „120“ am Grab gehangen - eine Erinnerung an Hitlers Geburtstag 120 Jahre zuvor.

Pfarrer Pittertschatscher zitierte aus einer Erklärung der entfernten Verwandten Hitlers, die anonym bleiben will: „Die Pflege des Grabs wird immer schwieriger. Dazu gibt mir zu denken, dass das Grab meiner Vorfahren immer wieder für Sympathiekundgebungen missbraucht wird. Das alles bedenkend habe ich mich zum Verzicht auf die Nutzungsrechte entschlossen.“ Der Pfarrer sagte, exhumiert worden sei nichts.

Im Juli 2011 wurde das Grab des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß im bayerischen Wunsiedel knapp 24 Jahre nach seinem Tod aufgelöst. Neonazis hatten dort regelmäßig Gedenkmärsche veranstaltet.

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