Ein Lehrer (damals 32), eine Schülerin (14), 22 Mal Geschlechtsverkehr. Vor Gericht gab's für den Pauker dennoch Freispruch. Jetzt spricht die Schülerin zum ersten Mal über ihre sexuelle Beziehung zur dem 18 Jahre älteren Pädagogen.
„Ich bin seit damals in Therapie. Das hilft mir, heute kann ich darüber reden“, erzählt die junge Frau dem Magazin „Stern“.
Bei einem Schulausflug 2007 hatte sie sich in den Vertretungslehrer verliebt. Fünf Monate dauerte die Beziehung. Es sei „letztlich immer um Sex“ gegangen. „Es lief immer auf dasselbe hinaus.“
So liefen ihre Treffen ab: Mal habe er sie während des Unterrichts in der Putzkammer getroffen, mal habe er sie zu sich nach Hause geholt, während seine Frau an ihrem Arbeitsplatz war. Er habe sie auf einen Feldweg bestellt und dort abgeholt. Damit niemand sie auf den Fahrten zu ihm nach Hause von außen sehen konnte, habe sie sich in den „Fußraum reingekrümelt“, erzählt die Frau im Interview.
Anfangs habe sie ihren Lehrer noch für „einen coolen Typ“ gehalten. Sie sei verliebt gewesen. Später aber habe sie das alles „komplett runtergezogen“. „Ich saß nur noch zu Hause, hatte keine Freunde mehr“, erinnerte sie sich weiter.
Der Freispruch ist aus ihrer Sicht eine „Freibrief für jeden Lehrer“, sich an „jede 14-jährige Schülerin heranzumachen“. Der Vater kündigte unterdessen an, nun eine Zivilklage auf Schadenersatz anstrengen zu wollen. Zudem engagiere er sich in einer Initiative dafür, dass die Obhutspflicht eines Lehrers nicht nur auf die Schüler seiner eigenen Klasse beschränkt bleibt. „Wir wollen nicht, dass es anderen Kindern passiert“.
Das Oberlandesgericht Koblenz hatte den Lehrer vorige Woche vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen. Da er nicht der Klassenlehrer, sondern nur Vertretungslehrer des Mädchens gewesen sei, habe kein Obhutsverhältnis bestanden, hieß es zur Begründung. Das Urteil löste bundesweit eine Welle der Empörung aus.

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