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Mittwoch, 27. Juni 2012

Inferno in Colorado: 32.000 Menschen auf der Flucht


Dutzende Häuser fielen den Flammen bereits zum Opfer.
Dutzende Häuser fielen den Flammen bereits zum Opfer.
Foto: dapd
Colorado Springs –  

Inferno in Colorado. Sich plötzlich ausbreitende Waldbrände haben im US-Bundesstaat nach Medienberichten zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Besonders schlimm traf das Feuer Colorado Springs. Im Waldo Canyon im Nordwesten sei bis Dienstagabend (Ortszeit) die Evakuierung von Gebieten mit rund 32.000 Menschen nötig gewesen, berichtete die Zeitung „Denver Post“ online. Auch eine Akademie der US-Luftwaffe musste geräumt werden. Mehrere Gebäude gingen in Flammen auf. Der gesamte Nordwesten der Stadt sei in Rauch gehüllt. Die in Richtung Osten führenden Straßen seien verstopft.

Auf der Flucht vor den Flammen hielt dieser Mann noch einmal an, um das Inferno zu filmen.
Auf der Flucht vor den Flammen hielt dieser Mann noch einmal an, um das Inferno zu filmen.
Foto: dapd

Rekordhitze

Die Feuerwehr appellierte an die Menschen, ihre Mobiltelefone nur noch für Notrufe zu nutzen. Die Polizei teilte mit, dass die Versorgung der nordwestlichen Teile von Colorado Springs mit Strom und Gas unterbrochen werde.

Auch vom Wetter sei keine Erleichterung im Kampf gegen die Flammen zu erwarten. Mit gut 38 Grad im Schatten kletterten die Temperaturen den Berichten zufolge am Dienstag auf einen neuen Rekordwert.
Das Feuer im Waldo Canyon wütet auf einer Fläche von gut 20 Quadratkilometern. Fünf Prozent des Brandes waren unter Kontrolle. Starke Winde hatten die Flammen am Nachmittag explosionsartig angefacht und das Feuer Richtung Stadt getrieben.

Lösch-Flugzeuge kämpfen bislang vergeblich gegen die Brände an.
Lösch-Flugzeuge kämpfen bislang vergeblich gegen die Brände an.
Foto: dapd

Rauch und Asche

Dunkler Rauch und Asche wehten am Mittwochmorgen (Ortszeit) von den Bergen nach Colorado Springs hinein. In der Nacht waren hellgelbe und - orange Flammen am Horizont zu sehen - oftmals ein Zeichen dafür, dass ein weiteres Haus dem Waldbrand im Waldo Canyon zum Opfer gefallen ist. „Es war so, als ob man die schlimmste vorstellbare Filmkulisse betrachtet“, sagte Gouverneur John Hickenlooper am Dienstag nach einem Rundflug über das inzwischen 26 Quadratkilometer umfassende Brandareal. „Es ist fast surreal. Ich habe so etwas noch nie vorher gesehen.“

Mindestens 1 Toter
Polizisten, die den Verkehr regelten, und fliehende Anwohner bedeckten ihre Gesichter mit T-Shirts und Tüchern, um in dem Rauch atmen zu können. Wie viele Häuser von dem seit Samstag lodernden Waldo-Canyon-Feuer zerstört wurden, sei noch unklar, erklärte eine Sprecherin des Sheriffs von El Paso County. Ein weiterer Waldbrand in Colorado hat bereits 257 Häuser zerstört. Ein Mensch kam dabei ums Leben.

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