Erst waren die spanischen Gurken die Übeltäter - jetzt soll wird sogar ein krimineller Hintergrund nicht mehr ausgeschlossen:
Der Berliner Hygiene-Experte Klaus-Dieter Zastrow hält einen Anschlag für möglich. Die Bundesregierung hat allerdings keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, wie ein Sprecher am Freitag sagte.
Zastrow, Chefarzt für Hygiene an den Vivantes-Kliniken in Berlin, sagte im dapd-Interview: „Es kann durchaus sein, dass ein Schwachkopf unterwegs ist und denkt, ich bringe mal ein paar Leute um oder verpasse 10.000 Leuten Durchfälle. Das aus dem Blickfeld zu nehmen, halte ich für einen Fehler und geradezu fahrlässig.“ Einen Terroranschlag halte er allerdings für unwahrscheinlich: „Dafür wären die typischen Bekennerschreiben typisch - und die gibt es ja nicht.“
Er betonte, die Bakterien könnten durchaus von Kriminellen oder Terroristen produziert werden. Wer Geld habe, könnte Labore beauftragen, die sich mit solchen Dingen beschäftigten. Gerade die Tatsache, dass es sich um einen völlig neuen Stamm handele, lasse ja auch an ein Kunstprodukt denken. „Wenn wir es jetzt mit einem völlig neuen Keim zu tun haben, muss man auch fragen, woher er kommt“, sagte Zastrow. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Jens Teschke, erklärte, es gebe kein Hinweise auf bioterroristische Aktivitäten.
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vermutet allerdings keinen Anschlag, sondern glaubt, dass Fleisch der Verursacher für die gefährliche Darmkrankheit ist.
Demnach werden Infektionen mit dem EHEC-Erreger in den häufigsten Fällen durch das Essen von Fleisch verursacht. Darauf hat der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, am Freitag in Nürnberg hingewiesen.
„In aller Regel erfolgt eine Infektion über Fleischverzehr.“ Eine Übertragung durch Gemüse sei „eher selten“, betonte der LGL-Präsident.
„Man kann davon ausgehen, dass die Infektionsquelle im Raum Hamburg zu suchen ist“, sagte der Experte.
15 Spezialisten des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind durch Hamburgs Kliniken gezogen, versuchen herauszubekommen, was die EHEC-Patienten gegessen haben. Auch Gesundheitsbehörde und Gesundheitsämter sind eingebunden.
Experten des RKI gucken, was die Erkrankten zu Hause haben, und lassen die Nahrung untersuchen. Lebensmittelkontrolleure der Bezirke sollen in noch größerem Umfang als sonst auf Märkten, in Restaurants, auf dem Großmarkt und in Geschäften unterwegs sein. Dort sammeln sie Lebensmittel aller Art ein. Bis Dienstagnachmittag habe man bundesweit 1115 Proben gezogen, berichtete Helmut Tschiersky-Schöneburg, Präsident des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. 188 Gurken, 148 Tomaten und 184 Blattsalate seien getestet worden. Dazu kamen 45 Mal Erdbeeren, 13 Mal Spargel und zwei Mal Champignons plus Gewürze und Kräuter. Darüber hinaus sind neun Mal Rohmilch, 38 Mal Käse und 19 Mal Fleisch getestet worden.
Gering. Andreas Sammann vom Hygiene-Institut sagte, dass man in fast 80 Prozent der Fälle weltweit den Erreger nicht finde.
Im Institut für Hygiene und Umwelt. Dort wurde zusätzliches Labor-Personal in die EHEC-Jagd eingebunden. Akkordarbeit.
Innerhalb von 24 bis 48 Stunden können die Experten sagen, ob EHEC enthalten ist. Die Typen-Analyse soll ein Schnelltest der Uniklinik Münster verbessern. „Den werden wir auch bei uns etablieren“, so die Sprecherin des Hygiene-Instituts.
Die Lebensmittel werden zu einer Breimasse zerkleinert. Diese wird mit Nährlösung versehen und über mehrere Stunden aufgewärmt. Bakterien können so wachsen und sich vermehren. An den Zellkolonien können die Experten unterschiedliche Keimarten erkennen. Hat man EHEC gefunden, wird geklärt, um welche Art es sich handelt.

Es ist erst der dritte bekannte Fall, bei dem ein Mensch ohne Sicherheitsausrüstung über den Niagarafällen in die Tiefe stürzte und überlebte. Mehr...
Weil er seinen homosexuellen Mitbewohner beim Liebesspiel filmte und dies über Twitter verbreitete, wurde ein Student in den USA schuldig gesprochen. Mehr...
Der 28 Jahre alte Ex-Student Sebastian T. ließ seinen Anwalt im Landgericht Leipzig eine knapp zehnminütige Erklärung verlesen. Dabei wurden brutale Details der Tat bekannt. Mehr...
