Er kann es doch: Der deutsche Vorzeige-Schwimmer Paul Biedermann hat am zweiten Wettkampftag endlich gezeigt, was er drauf hat. Im Halbfinale über 200 Meter Freistil bezwang der 25-Jährige Olympiasieger Ryan Lochte und zog als Erster seines Laufs ins Finale ein.
Mit einer Zeit von 1:46,10 Minuten war er insgesamt der viertschnellste Schwimmer im Halbfinale und kann sich auf seiner Paradestrecke nun berechtigte Medaillenhoffnungen machen.
Am Samstag war noch regelrecht abgesoffen. Über die doppelte Distanz, auf der er den Weltrekord hält, war er als 13. im Vorlauf gescheitert. Und auch am Sonntagmorgen hatte sich der Freund von Britta Steffen im Becken abgemüht. Doch als Gesamt-Zehnter hatte der Hallenser immerhin die nächste Runde erreicht.
Nach der Leistungssteigerung am Abend und dem Finaleinzug zeigte sich Biedermann schließlich erleichtert: „Ich habe den Schock verdaut. Ich habe wieder ein bisschen Selbstvertrauen getankt. Wir haben eine Super-Mannschaft, wir haben uns nach dem schwarzen Samstag zusammengerauft“, sagte er.
Meeuw erstmals im Finale
Bei seiner dritten und letzten Olympia-Teilnahme hat Rückenschwimmer Helge Meeuw sich seinen Traum erfüllt und erstmals das Finale erreicht. Der Vize-Europameister zog in 53,52 Sekunden als Siebter in den Endlauf über 100 m am Montag ein. Bei seinen Olympiateilnahmen 2004 und 2008 hatte der Magdeburger jeweils das Rennen der besten Acht verpasst. Der deutsche Meister Jan-Philip Glania (Frankfurt) muss dagegen nach Platz elf in 53,90 zuschauen.
Poewe ausgeschieden
Für Sarah Poewe lief es nicht so gut. Die Brustschwimmerin verpasste das Finale über 100 Meter. Die Wuppertalerin landete mit 1:07,68 Minuten im Halbfinale auf dem elften Rang.
Als Schnellste des Semifinals geht im Endlauf am Montag Ruta Meilutyte aus Litauen nach 1:05,21 Minuten an den Start. Poewe verfehlte bei ihren vierten Olympischen Spiele über 100 Meter Brust die dritte Finalteilnahme.
Van der Burgh schwimmt Weltrekord
Cameron van der Burgh ist als erster südafrikanischer Schwimmer Olympiasieger. Der vom Ex-Bundestrainer Dirk Lange betreute WM-Dritte setzte sich am Sonntag in London mit Weltrekord von 58,46 Sekunden über 100 Meter Brust durch.
Van der Burgh verbesserte die alte Bestmarke des Australiers Brenton Rickard um zwölf Hundertstelsekunden. Zweiter wurde Christian Sprenger aus Australien vor dem Amerikaner Brendan Hansen.
Der Japaner Kosuke Kitajima schwamm nur auf Platz fünf. Er hätte der erste Schwimmer überhaupt werden können, der drei Olympiasiege auf einer Strecke in Serie schafft. Die deutschen Starter Hendrik Feldwehr und Christian vom Lehn waren im Vorlauf gescheitert.

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