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Tierhandel: Minister Christian Schmidt will die Hundemafia stoppen

Diese Welpen wurden vom Zoll aus einem Transport gerettet.

Diese Welpen wurden vom Zoll aus einem Transport gerettet.

Berlin -

Total verstört und halb verhungert – immer wieder schockieren Bilder vom Handel mit Hundewelpen. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will den Dealern nun das Geschäft vermiesen.

250 Euro für einen Welpen? Reinrassig, Stammbaum und hier sind die Fotos der Eltern? Unmöglich – doch mit solchen Tricks arbeitet die Hundemafia. Wäre man ehrlich, wäre die Rede von Aufzuchtstationen in Ungarn oder Tschechien, von Dreck und Angst, von erschöpften Hundemüttern und viel zu früh entrissenen Welpen. Die dann im Kofferraum Richtung Westen gekarrt werden. Mehr als die Hälfte dieser Tiere überleben ihr erstes Jahr nicht.

Minister Schmidt will jetzt mit schärferen Kontrollen die Hundemafia stoppen. „Jeder, der Wirbeltiere aus dem Ausland nach Deutschland einführt, braucht dafür jetzt die Erlaubnis der zuständigen Landesbehörde. Kann er eine solche Erlaubnis nicht vorweisen, können die Behörden gegen ihn vorgehen“, sagte Schmidt dem KURIER.

Weitere Bestimmungen von Schmidts Ergänzungen zum Tierschutzgesetz betreffen Hundeschulen, deren Betreiber künftig eine Erlaubnis brauchen, sowie die Information von Verbrauchern im Zoogeschäft. „Wer sich ein Tier in einer Zoohandlung kauft, muss ab heute vom Verkäufer schriftlich darüber informiert werden, wie das Tier zu halten und zu pflegen ist. Damit ist sichergestellt, dass jeder, der sich zum ersten Mal ein Tier anschafft, auch weiß, welche Bedürfnisse es hat“, so Schmidt.

Wie kann ein Hundekäufer sich zusätzlich vor der Welpenmafia schützen? Gesunder Menschenverstand hilft: Kein Rassehund ist für 200 oder 300 Euro zu haben – wer sich für ein solches Tier entscheidet und auf Nummer Sicher gehen will, muss bei seriösen Anbietern mit deutlich höheren Anschaffungskosten rechnen. Oder sich mal vor Ort im Tierheim umsehen – dort warten tolle Hunde auf ein neues Zuhause.

Tierschützer kritisieren Schmidts aktuelle Veränderungen am Gesetz. Weil sie ihnen nicht weit genug gehen: So vermisst der Tierschutzbund schärfere Schritte gegen Tierversuche. RD



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