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Berliner-Kurier.de | Schrecklicher Fehler: „Hirntote“ wacht bei Organ-Entnahme auf
10. July 2013
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Schrecklicher Fehler: „Hirntote“ wacht bei Organ-Entnahme auf

Was für eine fatale Fehldiagnose: Die Ärzte erklärten die Patientin für Hirntot. Bei der Entnahme der Organe wachte diese dann aber auf.

Was für eine fatale Fehldiagnose: Die Ärzte erklärten die Patientin für Hirntot. Bei der Entnahme der Organe wachte diese dann aber auf.

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dpa (Symbolfoto)

New York -

Es ist der Albtraum eines jeden Patienten – lebend für tot erklärt zu werden. In einem New Yorker Krankenhaus ist aber genau das passiert. Den Ärzten fiel ihre schreckliche Fehldiagnose erst auf, als sie einer 41-jährigen Frau Organe entnehmen wollten.

Doch in diesem Augenblick schlug Colleen S. Burns die Augen auf. Die Frau war 2009 mit einer Überdosis Drogen im Körper in das St.-Joseph’s-Krankenhaus eingeliefert worden, berichtet der „Syracuse Post-Standard.“

Die Ärzte hielten sie für tot, obwohl der Test einer Krankenschwester ergab, dass die Patientin unter anderem mit einem Fuß zuckte und gegen das Beatmungsgerät angekämpft hatte.

Trotz dieser Zeichen erklärten die Ärzte ihre Patientin für tot und baten die Familie um Erlaubnis für eine Organentnahme. Colleens Mutter Lucille Kuss sagte, es sei eine schreckliche Erfahrung gewesen, dass die Tochter erst für tot gehalten und dann beinahe lebendig aufgeschnitten wurde. Die Ärzte hätten ihr nie erklärt, was „falsch gelaufen“ war.

Die zuständige Gesundheitsbehörde monierte jetzt Fehler ohne Ende. So seien nicht genug Tests durchgeführt worden, um nachzuweisen, dass die Frau nicht mehr unter Drogen stand. Auch die Gehirn-Untersuchungen waren unzureichend und die Beobachtungen der Krankenschwester seien schlichtweg ignoriert worden. Gerichtsmediziner Dr. Charles Wetli sagte: „Tote wackeln nicht mit den Zehen.“

Wegen der dramatischen Panne bei der Behandlung von Burns und einem weiteren Vorfall wurde die Klinik jetzt zu einer Geldstrafe von 22.000 Dollar verurteilt. Colleen S. Burns bekam leider nicht mehr mit, dass die Klinik bestraft wurde. Sie nahm sich 16 Monate nach dem verhängnisvollen Klinikaufenthalt das Leben.