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Jaecki Schwarz wird 70: Für die Stasi war ich zu schwatzhaft

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dpa

Dass er schwul ist, kein Geheimnis. Auch seine frühere Neigung zum Alkohol hat er nicht verschwiegen. Dass er gerne und viel redet, sagt er über sich. Deshalb hätte die Stasi auch nie versucht, ihn als Spitzel anzuwerben: „Sie wussten, da kommen sie nicht weit, weil ich alles erzähle – sehr schwatzhaft“, gesteht der TV-Star ein. „An mir hätten sie keine Freude gehabt.“

Nun wird Jaecki Schwarz 70 – dem aber das Wort Ruhestand fremd ist. Er hat als Kommissar im „Polizeiruf 110“ zusammen mit Wolfgang Winkler 50 Fälle gelöst. Der Berliner ist das, was man einen Publikumsliebling nennt. 250 Kino- und TV-Rollen hat er gespielt. Seinen Geburtstag am 26. Februar feiert er „im Süden“, wo genau, das verrät er nicht.

Die „Polizeiruf“-Fälle aus Halle waren viele Jahre ein Quotengarant. 2013 ging das MDR-Duo in Rente – nach 17 Jahren als Schmücke & Schneider. Sie bestanden auf gemeinsamen Garderoben und lasen zusammen Zeitung. Winkler den Sportteil und Schwarz das Feuilleton, zwei ältere Herren, die sich vertraut anschweigen können. Kosenamen sind überliefert, „Mausi“ und „Dicker“.

Schwarz war am Theater und in DEFA-Filmen zu sehen. Danach gehörte er zu den DDR-Schauspielern, die ihre Karriere im Westen erfolgreich fortsetzen konnten: „Ein starkes Team“ , „In aller Freundschaft“.

Seine erste Hauptrolle hatte er 1967: „Ich war 19“, Konrad Wolfs autobiografische Geschichte, handelt von einem jungen Deutschen, der 1945 als Leutnant der Roten Armee in seine Heimat zurückkehrt.

Zu Mauerzeiten reiste Schwarz, Hobby-Koch und Feinschmecker, zu Gastspielen in den Westen, bleiben wollte er nicht. „Die Familie, die Freunde und das Theater wogen immer noch mehr als die staatlich verordneten Repressionen.“

Jetzt war der Schauspieler wieder zu Lesungen mit seiner Kollegin Franziska Troegner und Roald-Dahl-Krimis unterwegs. Gerade war die 75. Vorstellung. Das klingt nicht nach Ruhestand. 



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