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Tanzen, Umzüge: Was an Karfreitag verboten und was erlaubt ist

Der Karfreitag gilt als stiller Feiertag und ist besonders geschützt. Öffentliche Tanzpartys etwa sind an diesem Tag tabu. Gegner halten die Regelung aber für veraltet.

Der Karfreitag gilt als stiller Feiertag und ist besonders geschützt. Öffentliche Tanzpartys etwa sind an diesem Tag tabu. Gegner halten die Regelung aber für veraltet.

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Ab Freitag beginnen die Osterfeiertage. Was vielen nicht klar ist: Ostern ist das wichtigste christliche Fest im ganzen Jahr. Deshalb schützt das deutsche Grundgesetz einige Ostertage als sogenannte „stille Tage“. Als besonders schützenswert gilt der Karfreitag, der Tag der Kreuzigung von Jesus Christus. An diesem Tag ist Abfeiern in der Regel tabu.

Allerdings handhaben die Bundesländer die Ostertage in ihren jeweiligen Feiertagsgesetzen oder Verordnungen recht unterschiedlich. Als besonders locker fällt Berlin auf. Viele Feierwütige fliehen deshalb über Ostern in die deutsche Hauptstadt.

Seit dem frühen Christentum gilt der Freitag vor Ostern als Tag der Buße, des Fastens und des Gebets.

Seit dem frühen Christentum gilt der Freitag vor Ostern als Tag der Buße, des Fastens und des Gebets.

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Wann darf man nicht tanzen?

An Karfreitag – in diesem Jahr der 14. April – sind öffentliche Tanzveranstaltungen in den meisten Bundesländern ganztägig untersagt. In manchen Feiertagsgesetzen sind solche Events sogar schon von Gründonnerstag (13. April 2017) bis Karsamstag (15. April 2017) verboten. Darüber hinaus gibt es zum Teil besondere Bestimmungen, dass Gottesdienste nicht durch Lärm gestört werden dürfen. Was in den einzelnen Bundesländern gilt und welche Ausnahmen dort jeweils herrschen, lesen Sie in der Textstrecke:

Was ist noch untersagt?

Das Verbot von Tanzveranstaltungen richtet sich insbesondere an Diskotheken, aber auch an die übrige Gastronomie, Vereine und geschlossene Gesellschaften in Wirtschaftsräumen. Auch öffentliche Sportveranstaltungen sind in vielen Bundesländern verboten. Am Karfreitag bleiben darüber hinaus Spielhallen geschlossen, Geldspielgeräte in Gaststätten dürfen an diesem Tag nicht betrieben werden.

Auch der Betrieb von Autowaschanlagen, Werbeveranstaltungen gewerblicher Unternehmer, private Floh- und Trödelmärkte sowie Wohnungsumzüge an Karfreitag sind in der Regel untersagt.

Was droht bei Verstößen?

Gastronomen und Disko-Besitzern, die sich nicht an das Tanzverbot halten, drohen in vielen Städten saftige Bußgelder bis zu 1000 Euro. Bei 100 Euro fängt die mögliche Bußgeldzahlung an – Diskothekenbesitzern drohen bei einem ersten Verstoß gegen das Tanzverbot allerdings bereits 500 Euro Strafe. Den Diskobesuchern selbst kann allerdings nichts passieren.

Wer sich nicht an das Umzugsverbot hält, kann ebenfalls mit Strafen von bis zu 1000 Euro belangt werden. Wie hoch das Bußgeld ausfällt, kommt aber auch auf den Einzelfall an. Es kann sein, dass die Ordnungsamtsmitarbeiter erst einmal nur eine Verwarnung aussprechen.

Privatpartys in den eigenen vier Wänden fallen nur auf, wenn die Musik zu laut ist und es Beschwerden gibt: Dann droht ein Bußgeld wegen Lärmbelästigung. Eine spezielle Strafe wegen Verstoßes gegen das Tanzverbot gibt es in diesem Fall aber nicht.

Heiße Outfits, wilder Tanz – so geht es nicht an Karfreitag, jedenfalls nach Ansicht der Kirche.

Heiße Outfits, wilder Tanz – so geht es nicht an Karfreitag, jedenfalls nach Ansicht der Kirche.

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Was sagen die Kritiker?

Die Regelungen zu den „stillen Tagen“ sind umstritten. Kritiker argumentieren, dass man Nicht-Christen nicht die christlichen Regeln aufzwingen dürfe, schließlich gelte Religionsfreiheit in Deutschland. Jeder müsse selbst entscheiden, ob er am Karfreitag ausgehen möchte. Jedes Jahr gibt es zahlreiche Proteste gegen das Tanzverbot.

Baden-Württemberg lockerte das Feiertagsgesetz im November 2015, allerdings bezüglich der bis dato geschützten Sonntage. Die stillen Feiertage bleiben weiterhin geschützt. Bayern, das 2013 ebenfalls das Feiertagsgesetz gelockert hatte, entschied 2014, dass an den stillen Tagen keine Zirkusvorstellungen erlaubt sind, im konkreten Fall an Allerheiligen. Das „Tanzverbot“ betrifft in aller Regel nicht nur Tanz-, sondern auch etwa Sportveranstaltungen.

(gs/dpa)