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Politikerkarriere beendet?: Nackt-Piratin Anne Helm muss sich warm anziehen

Berlin -

Jetzt kommt der Bumerang zurück. Auf die Femen-Aktivistin Anne Helm, Abgeordnete in der BVV Neukölln, rollt eine Riesenwelle der Empörung zu. Ist ihre Politikerkarriere nun beendet?

Am Montag berichtete der KURIER exklusiv über die Teilnahme der 27-Jährigen am Nackt-Protest in Dresden. Dort soll sie sich „Thanks Bomber Harris“ auf den nackten Oberkörper gemalt haben und so am Elbufer die Toten der Bombenangriffe vom Februar 1945 verhöhnt haben.

Vorneweg: Helm selbst bestreit, die maskierte Aktivistin gewesen zu sein. Dem KURIER liegen aber stichhaltige Indizien vor, die Anne Helm eindeutig identifizieren. Diese Ansicht teilen viele – nun hagelt hagelt es Kritik und Unverständnis.

Aus der eigenen Partei: Zahlreiche Piraten sind schockiert. Christopher Lang aus der BVV Mitte twitterte vielen aus der Seele: „Traurig“. Immerhin steht Helm auf Platz 5 der Rangliste für die Europawahl, hat gute Chancen, ins Brüsseler Parlament einzuziehen. Katrina Reichert von den NRW-Piraten ließ verlauten: „Nicht die Trauer um Ermordete ist das Problem, sondern der Dank an den Mörder.“

Die politische Gegenseite: Während die Piraten (noch) an Helm festhalten, werden CDU und SPD deutlicher. Der stellvertretende Neuköllner CDU-Bezirksvorsitzende Christopher Förster forderte, dass Helm ihr BVV-Mandat niederlegt: „Anne Helm vertritt als Bezirksverordnete Interessen von vielen Menschen in Neukölln und sollte eine Vorbildfunktion einnehmen. Mit der Aktion hat sie nun ein Maß überschritten, das nicht einfach zu entschuldigen ist.“ Der Bezirksverordnetenvorsteher Jürgen Koglin (SPD) bezeichnete das Verhalten in Dresden „vor dem historischen und politischen Hintergrund als völlig geschmacklos“.

Die Femen: Sogar die Busen-Protestler selbst distanzieren sich scharf von dem Nackt-Auftritt Helms. Doch nicht nur das. Es heißt: „Femen missbilligt den Slogan ,Thanks Bomber Harris’. Femen ist gegen Krieg und kann den Slogan nicht unterstützen.“ Anne Helm selbst war am Montag für den KURIER nicht zu sprechen. Und auch ihr sonst so fleißig bestücktes Twitter-Profil blieb stumm.


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