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Wenn das nicht in die Hose geht: Schweizer Schule führt Toilettenverbot ein

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Nicht jeder kann seinen Harndrang gut kontrollieren.

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imago/Rech

Basel -

Eine Schule im Schweizerischen Basel hat zu rabiaten Mitteln gegriffen. Die Schülerinnen und Schüler können nicht mehr frei die Schulklos besuchen.

Während der Pause ist das Gebäude der Primarschule Insel im Klybeckquartier abgeschlossen. Die Eltern sind entsetzt. Das berichtet die Schweizer Zeitung „20 Minuten".

Empörung bei den Eltern

„Die Toiletten sind tabu. Das kann doch nicht sein!“, schimpfen die Eltern eines elfjährigen Mädchens. Die Kinder müssen nun jedes Mal, wenn sie auf Toilette wollen, bei einem Lehrer um den Toilettenschlüssel bitten.

Es liegt also im Ermessen der Lehrer, ob sie den Schülerinnen und Schülern den erlösenden Gang aufs Klo gestatten. „Einige Kinder genieren sich, zu fragen. Es ist ihnen unangenehm und dann müssen sie es sich notgedrungen zurückhalten“, empören sich die Eltern.

Es soll schon „Unfälle“ gegeben haben. Gerade die Jüngeren haben Probleme mit dem Einhalten. Schwer sei es auch für die älteren Mädchen. „Die jungen Frauen müssen während ihrer Periode doch problemlos zur Toilette können“, ärgert sich die Mutter.

Vandalismus auf den Schulklos

Was hier so unfair klingt, hat natürlich eine Vorgeschichte. Die Schulleitung reagiert damit nach eigener Aussage auf den zunehmenden Vandalismus aus dem Schulgelände.

„Brünneli (Waschbecken, Anm. d. Red.) und Toiletten wurden verstopft, Wasserhähne voll aufgedreht und laufengelassen, an Türen und Wände wurde uriniert“, erklärt Simon Thiriet, Leiter Kommunikation des Erziehungsdepartements die Maßnahme, „wir mussten handeln.“

Außerdem versprechen die Lehrer, „gesunden Menschenverstand“ walten zu lassen. Schließlich sei der Toilettengang während des Unterrichts und zu Beginn und zu Ende der Pausen gestattet.

„Die Maßnahme haben wir sicher nicht auf alle Zeit festgelegt, sondern es wird regelmäßig überprüft, ob sie noch nötig ist“, beschwichtigt Thiret.

Ähnlicher Fall in Genf

Das ist nicht der erste Vorfall dieser Art in der Schweiz. In Genf sprach eine Schule im Jahr 2014 ein generelles Pinkelverbot für männliche Schüler zwischen 12 und 15 Jahren während der Unterrichtszeit aus.

Begründung: Sie sollten lernen, „ihre menschlichen Bedürfnisse während der 45 Minuten, die eine Lektion (Unterrichtseinheit, Anm. d. Red.) dauert,“ zurückzuhalten, so der Schulleiter Patrick Houlmann damals.