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Frauchen festgehalten: Hundehasser fütterten „Jakob“ mit Giftköder

Beagle Jakob (6 Mon.) wurde in Euskirchen vergiftet. Frauchen Tanja Balkhausen (40).

Beagle Jakob (6 Mon.) wurde in Euskirchen vergiftet. Frauchen Tanja Balkhausen (40).

Foto:

Alex Schweiger

Euskirchen -

Ausgelegte Giftköder beschäftigen Polizei und Stadt leider häufiger. Doch dieser Fall hat eine neue Dimension: In Euskirchen (NRW) wurde Beagle-Welpe „Jakob“ von zwei Tierhassern vergiftet – und Frauchen Tanja Balkhausen (40) musste hilflos zusehen!

„Er ist noch sehr klein und tut doch niemandem etwas…“, sagt die 40-Jährige leise. Einen Tag nach der Giftattacke steht sie noch immer unter Schock. Ihr süßer Welpe sprang dem Tod gerade noch von der Schippe – die Tierärztin kämpfte sechs Stunden um sein Leben!

Es geschah am Mittwoch, neun Uhr. Tanja Balkhausen ging mit „Jakob“ Gassi. Die gewohnte Runde. Als sie an einer Schrebergartenanlage waren, fiel ihr ein älteres Paar um die 70 auf. Es stand auf dem Grünstreifen, auf dem bereits mehrfach verdächtige Fleischstücke entdeckt worden waren.

„Die Frau hatte einen Gefrierbeutel in der Hand mit offensichtlich klein geschnittener Wurst drin“, erzählt Tanja Balkhausen. „Ich wollte dann schnell an denen vorbei, doch die hatten gemerkt, dass ich sie beobachtet hatte.“

In dem Moment sei der Mann auf sie zu. „Er fasste meine Hände, drehte sie mir auf den Rücken.“ Der Rentner soll dabei „Immer diese Drecksköter“ gezischt haben. Gleichzeitig habe die Frau „Jakob“ aus der Hand fressen lassen, so Tanja Balkhausen, die mitansehen musste, wie ihr Welpe gierig das vergiftete Fleisch runterschlang.

„Dann habe ich ihm gegen das Schienbein getreten und konnte mich losreißen“, erzählt die 40-Jährige. Sie schnappte sich ihren Hund und rannte davon.

„Ein halbe Stunde später fing es an“, erzählt sie. „Jakob bekam Krampfanfälle, konnte nicht mehr stehen und zitterte.“ Ein Nachbar fuhr sie zur Tierärztin. Dort wurde der Welpe sofort narkotisiert, ihm dann mehrfach Magen und Darm ausgepumpt und ausgespült. Der verfressene kleine Kerl hatte viel Gift in sich…

„Die Tierärztin hat alles versucht“, so das Frauchen dankbar. Sie durfte „Jakob“ dann mit nach Hause nehmen.