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Nicht einmal gefehlt: Das sind Deutschlands fleißigste Abgeordnete

Berlin -

Leere Reihen auf Blau-Violett. Wer im Fernsehen Bundestagsdebatten verfolgt, sieht oft sehr viele freie Plätze auf den Stühlen mit dem auffälligen Farbton (offizieller Name: „Reichstagsblue“). Schnell ist die Rede von schwänzenden, faulen Abgeordneten. Doch es gibt auch gute Gegenbeispiele…

Uns liegt eine Auswertung aller Protokolle der Plenarsitzungen im Bundestag aus den letzten zehn Jahren vor (1. Mai 2003 bis Ende Mai 2013). Das erstaunliche Resultat: Es gibt tatsächlich Abgeordnete, die während eines ganzen Jahrzehnts kein einziges Mal gefehlt haben.

Die Namen: Markus Grübel (53), Christian von Stetten (42), Günter Baumann (65, alle CDU), Klaus Barthel (57, SPD) und Franz Obermeier (66, CSU).

SPD-Verkehrsexperte Hans-Joachim Hacker (63) hat ebenfalls nie gefehlt, lediglich nach eigenen Angaben „im letzten Jahr einmal vergessen, mich in die Anwesenheitsliste einzutragen“.

Es sind die „fleißigsten“ Abgeordneten Deutschlands – jedenfalls die, die offenbar besonders gewissenhaft sind, wenn es um die Teilnahme an den Plenarsitzungen des Bundestages geht.

„Natürlich macht Präsenz allein noch keinen guten Abgeordneten aus. Es kommt auch auf die sonstige Arbeit an“, so Grübel. „Aber es zeigt eine Einstellung.“

Der Verteidigungsexperte: aus Esslingen: „Als Christdemokrat bin ich nicht nur christlich-sozialen Werten verpflichtet, sondern auch konservativ. Zu meiner konservativen Grundhaltung gehört auch die Pflichterfüllung. Und das heißt, meine Hauptaufgabe ernst zu nehmen.“

Grübels Kollege aus dem Ländle, Christian von Stetten, sieht es ähnlich. Er wurde vor elf Jahren als selbstständiger Unternehmer in den Bundestag gewählt.

„Die Doppelbelastung als Mandatsträger und Unternehmer akzeptieren die Bürger nur, wenn ich meine Wahlkreisarbeit in Baden-Württemberg zu 100 Prozent erfülle und an den Plenarsitzungstagen in Berlin uneingeschränkt teilnehmen kann“, so der Finanzexperte.

Genauso wie von Stetten betonen auch Hans-Joachim Hacker und Klaus Barthel, dass man einzelne Fehltage nicht überwerbewerten solle, schließlich gebe es für Abgeordnete jede Menge andere Verpflichtungen – etwa Dienstreisen oder unaufschiebbare Wahlkreistermine. Und immerhin, so CDU-Mann Günter Baumann, müsse man dann ja auch noch das Glück haben, stets gesund zu sein.

Allerdings, findet Klaus Barthel, der Chef des SPD-Arbeitnehmerflügels: „Für das Fehlen wegen bezahlter Nebentätigkeiten habe ich wenig Verständnis.“



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