E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz
Berliner-Kurier.de | Krasse Folgen des Klimawandels: Inferno in den USA: In Kalifornien brennt die neue Wüste
15. September 2015
http://www.berliner-kurier.de/22336166
©

Krasse Folgen des Klimawandels: Inferno in den USA: In Kalifornien brennt die neue Wüste

Ein typisches Bild aus Kalifornien: Wälder stehen in Flammen, die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.

Ein typisches Bild aus Kalifornien: Wälder stehen in Flammen, die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.

Foto:

imago/ZUMA Press

Wüstenbildung – ein Problem der Entwicklungsländer? Lange nicht mehr! Ausgetrocknete Seen, geschwärzte Luft durch Waldbrände und dürre Felder sind keine Seltenheit mehr in Kalifornien, Spanien oder China. Wir erklären, welche Weltregionen durch den Klimawandel versanden.

Die bekanntesten Wüsten, wie die Sahara, befinden sich in Afrika. Doch das am schlimmsten von Wüstenausbreitung betroffene Trockengebiet liegt in den USA. Kalifornien, der goldene Staat, verwandelt sich in eine brennende Wüste. Dürre verbreitet sich, die Vegetation trocknet aus. Experten sprechen von einer „Desertifikation“. Aber - was genau ist eigentlich unter dieser „Wüstenausbreitung“ zu verstehen?

Der Geologe Michael Martin (52), der mehrere Fachbücher über die Wüsten der Welt geschrieben hat, erklärte uns: „Die Ausbreitung von Wüsten entsteht durch die Übernutzung des Menschen. Wenn das Land zerstört wird und nicht mehr nutzbar ist, entstehen diese Wüstenflecken. Es sind quasi menschengemachte Wüsten.“

Die Menschen selbst schaffen also die „Verwüstung“, der Klimawandel beschleunigt die Entwicklung. Landwirtschaftliche Übernutzung und Abholzung sind nach vorherrschender Expertenmeinung die Hauptursachen. Genau das ist jedoch unaufhaltbar in Kalifornien - dem Staat, der von Agrarwirtschaft lebt.

Eine Fahrt durch das kalifornische Feuer - hier im Video:

„Die organische Materie wird dem Boden entzogen. Das hat schwer wiegende Auswirkungen“, sagt Walter Engelberg (58) von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Das ist fast noch untertrieben: Kalifornien erlebt momentan die schlimmste Dürre seit 500 Jahren.

Der Gouverneur Jerry Brown (77) musste den Notstand ausrufen. Verzweiflung verbreitet sich unter den Einwohnern. Was einst grün und fruchtbar war, ist nur noch rissiger, nutzloser Boden. Vor den Haustüren stehen Schilder, die das Ausmaß der Trockenheit widerspiegeln: »Betet für Regen!«“

Nicht nur die Felder liegen brach, auch die Seen trocknen immer mehr aus. Alexander Erlewein (34), Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Vereinten Nationen, sagte uns: „Die Bewässerungslandwirtschaft ist das größte Problem in Kalifornien. Der Wasserverbrauch muss dort stärker reglementiert werden. Irgendwann können die Brunnen nicht mehr tiefer gebohrt werden.“ Eine direkte Folge der Trockenheit sind die vielen Waldbrände, erzählt Erlewein: „Mittlerweile reicht bereits ein kleiner Funken aus.“

Kalifornien ist mit diesen Problemen nicht allein – es nimmt die Entwicklung in Brasilien, China, Mittelspanien oder Zentralasien nur vorweg.

Auch diese Regionen der Welt versanden - lesen Sie weiter!

Weitere Folgen des Klimawandels

Austrocknung und Waldbrände: Nicht bei uns in Deutschland, denkt man sich. Doch auch uns betrifft der Klimawandel – mit anderen Folgen, wie Wissenschaftler warnen: Durch die schmelzenden Polkappen und Gletscher könnte der Meeresspiegel der Weltmeere weiter steigen. Heißt: Auch die Pegel von Nord- und Ostsee steigen seit Jahren.

Die Temperaturerhöhung hat Einfluss auf die Tierwelt. Tiere, die die Wärme lieben, werden sich wohl verbreiten. Tiere, die Feuchtigkeit und Kälte brauchen, könnten verschwinden. Außerdem werden Ernteausfälle bei steigenden Temperaturen befürchtet.

nächste Seite Seite 1 von 2