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Irrer Fall aus Thüringen: LKA sucht Klopapier-Dieb mit versteckter Kamera

Im LKA verschwand auf mysteriöse Weise Klopapier.

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dpa (Symbolbild)

Erfurt -

Der Klopapier-Klau ging zu weit – da schaltete Thüringen den Staatsschutz ein. Kein Scherz: Das Landeskriminalamt ließ eigene Mitarbeiter mit versteckter Kamera überwachen.

Der skurrile Fall spielte sich in der LKA-Außenstelle in Waltersleben ab. Laut MDR äußerte das Reinigungspersonal einen schlimmen Verdacht: Mitarbeiter sollen über Monate hinweg Klopapierrollen aus Liefersäcken gestohlen haben.

Da griff LKA-Präsident Werner Jakstat zu harten Mitteln: Weil interne Ermittlungen nicht zum Täter führten, ließ er eine versteckte Kamera im Flur mit den Liefersäcken installieren – laut LKA wusste die Staatsanwaltschaft Erfurt darüber Bescheid.

Das Verfahren lief zwei Jahre lang

Nach MDR-Informationen wurden für den Einbau der hochprofessionellen Überwachungskamera Spezialisten engagiert, die normalerweise Rocker, Mafiosi oder Islamisten überwachen.

Mindestens ein Beamter des Staatsschutzes soll für die Auswertung der Aufnahmen abgestellt worden sein. Statt Neonazis oder radikale Islamisten zu beobachten, suchte er den Klopapier-Dieb. Als wochenlang kein Täter gefasst wurde, wollte das LKA sogar den Flur vor den Toilettentüren überwachen lassen – doch da schritt die Staatsanwaltschaft ein, das Verfahren wurde eingestellt.

Kurz zuvor hatte LKA-Präsident Jakstat laut MDR aber ein neues Verfahren eingeleitet – diesmal ohne Kamera. Und wieder wurde kein Dieb gefasst.

Im Februar 2012 wurde die Klopapier-Akte beim Landeskriminalamt geschlossen, nach zwei Jahren vergeblicher Ermittlung. Falls es den mysteriösen Papierdieb wirklich gegeben hat, dann ist er noch immer nicht enttarnt.


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