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Geheimpapier enthüllt: Millionen für Regierungsflüge verpulvert

Im Bild der Regierungsflieger: Viel zu oft starten die Maschinen ohne Passagiere. Das kostet Millionen.

Im Bild der Regierungsflieger: Viel zu oft starten die Maschinen ohne Passagiere. Das kostet Millionen.

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dpa

Berlin -

Bei diesen Zahlen gehen Beobachter in die Luft! Weil die Flugzeuge der Bundesregierung immer noch in Köln beheimatet sind, wird tagtäglich viel Geld und Kerosin verpulvert. Denn immer wieder müssen die Maschinen ohne Passagiere fliegen.

Das Schreiben birgt reichlich Sprengstoff. Aus einer unserer Zeitung vorliegenden Aufstellung des Verteidigungsministeriums („VS – Nur für den Dienstgebrauch“) geht hervor, wie teuer die Pendelei zwischen dem Luftwaffen-Stützpunkt in Köln-Wahn und der Hauptstadt ist.

Allein in den letzten zehn Jahren wurden 19,3 Millionen Euro verpulvert – nur für Flüge ohne Fluggäste wohlgemerkt. Beispiel: Geht Angela Merkel auf Auslandsreise, wird ihr neuer Airbus A 340 aus dem Rheinland nach Berlin-Tegel gebracht. Auf dem Rückweg wird die Kanzlerin samt Tross wieder an der Spree abgesetzt – und der Super-Flieger startet wieder Richtung Köln, z. B. um dort gewartet zu werden. Kosten pro Flugstunde beim A 340: 17.866 €.

Satte 436 Mal (486 Flugstunden) mussten so 2011 Maschinen aus der Flugbereitschaft (9 Flugzeuge, 3 Hubschrauber) pendeln. 3,3 Millionen Euro hat das gekostet. Rekord – und mehr als dreimal so teuer wie noch vor zehn Jahren.

Für Gesine Lötzsch (Linke) sind die Leerflüge nicht hinnehmbar: „Die Flugbereitschaft muss endlich nach Berlin umziehen.“ Auch Hennig Otte (CDU), Verteidigungs-Obmann der Union, ist für ein Ende der Pendelei. „Die Leerflüge sind aus finanziellen und ökologischen Gründen nicht vermittelbar.“

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums entgegnet auf Anfrage, dass der Komplett-Umzug der "weißen Flotte" erst dann erfolgen könne, wenn am neuen Großflughafen in Berlin-Schönefeld die notwendige Infrastruktur bereitgestellt sei. Und das ist nach unseren Informationen erst für das Ende des ersten Quartals 2016 vorgesehen.


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