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„Schwarzer Freitag“ 2014: Amnesty wirft Israel Kriegsverbrechen gegen Palästinenser vor

August 2014: Israelische Truppen greifen Rafah an. In dieser Zeit soll die Armee Kriegsverbrechen an Palästinensern verübt haben.

August 2014: Israelische Truppen greifen Rafah an. In dieser Zeit soll die Armee Kriegsverbrechen an Palästinensern verübt haben.

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imago/Xinhua

Jerusalem -

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft Israel vor, während des sogenannten „Schwarzen Freitags“ im Gaza-Konflikt Kriegsverbrechen begangen zu haben. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervor.

Am 1. August 2014, einem Freitag, war der israelische Soldat Hadar Goldin während einer Feuerpause von Hamas-Kämpfern nahe der Stadt Rafah im Gazastreifen gefangen genommen worden. Die Armee erklärte ihn später für tot. In den Tagen nach der Entführung beschoss Israel die Region massiv. Dabei wurden Amnesty zufolge mindestens 135 Zivilisten getötet.

„Es gibt starke Beweise dafür, dass Israel durch seine unerbittliche und massive Bombardierung von Wohngebieten in Rafah Kriegsverbrechen begangen hat“, sagte Philip Luther, Direktor des Nahost- und Nordafrika-Programms. Die Armee habe verhindern wollen, dass die Hamas Goldin in einen anderen Teil des Küstenstreifens bringt und deshalb „unverhältnismäßig und unterschiedslos“ angegriffen.

Mit Goldin als Geisel hätte Israel so wie mit dem 2006 verschleppten Soldaten Gilad Schalit erpresst werden können. Schalit war 2011 im Austausch gegen 1027 palästinensische Häftlinge freigekommen.

Israel: „Es herrschte eben Krieg“

Das israelische Außenministerium schrieb in einer Stellungnahme, Amnesty International habe „ein falsches Verständnis des Völkerrechts“. Der Bericht fuße auf falschen Annahmen: Die Angriffe in Rafah hätten in keinem direkten Zusammenhang mit der Entführung des Soldaten gestanden.

Amnesty habe offenbar vergessen, dass damals Krieg herrschte. Alle Angriffe der israelischen Armee hätten im Einklang mit dem Völkerrecht gestanden. Vorwürfe von Fehlverhalten würden untersucht.

Im Sommer 2014 hatten Israel und militante Palästinenser 50 Tage lang gekämpft. Mehr als 2200 Palästinenser und mehr als 70 Israelis wurden getötet. Menschenrechtsorganisationen haben beiden Parteien vorgeworfen, während des Konflikts gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen zu haben.

(dpa)