So traurig endet eine dicke Fahrer-Freundschaft: Adrian Sutil (29) und Lewis Hamilton (26). Weil der Brite seinen deutschen Kumpel im Strafprozess in München im Stich ließ, sich vor einer entlastenden Aussage drückte, kündigt ihm der verurteilte Sutil nun die Freundschaft.
„Es wäre eine schöne Geste von ihm gewesen, hierhin zu kommen“, sagt Sutil enttäuscht. Er überlege noch, gegen die harte Strafe (1½ Jahre Haft auf Bewährung, 200 000 Euro Strafe) in Berufung zu gehen.
Der „Freund“ Lewis ist für ihn dagegen jetzt schon gestorben: „Sogar sein Vater Anthony hat mir eine SMS geschrieben und mir Glück für den Prozess gewünscht. Und Lewis? Er hat seine Handynummer geändert und war nicht erreichbar. Solche Freunde brauche ich nicht.“
Und was macht Hamilton? Er lacht bei der Enthüllung des neuen McLaren MP4-27 im englischen Woking dreist in die Kameras. Er schwärmt: „Das Auto sieht fantastisch aus, das vielleicht raffinierteste Auto seit langem.“
Er scherzt über die tiefere Nase, die Unfälle verhindern soll, und über Dauer-Opfer Felipe Massa: „Felipe wird sehr froh sein.“ Er kündigt Weltmeister Sebastian Vettel den Kampf an: „Wir haben nur ein Ziel, ihn zu stürzen.“
Und er sagt spöttisch über die Regeländerung, die dem Langsameren im Zweikampf mehrere Spurwechsel verbietet: „Für uns ist das kein Problem, vielleicht für Michael Schumacher.“ Hamilton lacht, mit Sutil ist er jetzt verkracht!
Seit Kartzeiten waren sie wie Pech und Schwefel. Der treue Adrian hielt zu seinem britischen „Buddy“, als der sich mit seinen Rambo-Manövern im Fahrerfeld isoliert hatte. Sutil begleitete ihn auf Partys, wenn niemand mit dem Ehrgeizling feiern wollte.
Wie am 17. April 2011 in Schanghai: Da machten Hamiltons Bodyguards im VIP-Bereich Ärger. Im Zuge des Streits verletzte Sutil den Lotus-Mitbesitzer Eric-Roger Lux mit einem Champagner-Glas am Hals. Das Ende seiner Formel-1-Karriere und das Ende einer Freundschaft!

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