Mit einer Menge Frust im Gepäck gehen die deutschen Formel-1-Stars in die vierwöchige Sommerpause. Weltmeister Vettel beendete den Großen Preis von Ungarn beim souveränen Sieg von Lewis Hamilton als Vierter und geht als WM-Dritter in die vierwöchige Pause.
Einziger Trost: Am Sonntag holte er zwei Punkte auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso auf, der in Budapest Fünfter wurde. „Wirklich enttäuscht bin ich nicht, aber ihr könnt auch nicht erwarten, dass ich hellauf begeistert bin“, meinte Vettel kurz nach dem Zieleinlauf: „Es ist einfach blöd, wenn man sich anderthalb Stunden bei dieser Hitze abkämpft und dann die ganze Zeit im Verkehr feststeckt. Man kann ja auch nicht drüber fliegen.“
Die restlichen neun Rennen des Jahres könnten einen Fünfkampf um den Titel bringen: Ferrari-Pilot Alonso führt mit 164 Punkten vor Vettels Red-Bull-Kollege Mark Webber (124/Achter in Budapest), dem deutschen Weltmeister (122), Hamilton (117) und Kimi Räikkönen (116). Der finnische Ex-Weltmeister erreichte als Zweiter in Ungarn die bereits fünfte Podest-Platzierung in seiner Comeback-Saison.
Schumi würgt den Motor ab
Ganz schlecht lief der Tag für Michael Schumacher: Der Rekordweltmeister hatte mit einem abgewürgten Motor einen Rennabbruch verursacht und danach eine Durchfahrtsstrafe erhalten. Vom letzten Platz beim zweiten Start hatte er sich auf Rang 18 vorgearbeitet, ehe er neun Runden vor dem Ende seinen Silberpfeil abstellen musste und damit im elften Saisonrennen zum sechsten Mal ausschied.
„Da ist alles zusammengekommen“, meinte der 43-Jährige: „Nach dem Start aus der Boxengasse war schon klar, dass nicht viel drin ist. Gewisse Rennen muss man einfach so hinnehmen, aber man hat an diesem Wochenende leider klar sehen können, dass wir im Moment nicht konkurrenzfähig sind.“ Nach der Sommerpause will Schumacher „voll angreifen“. Dafür müssten aber „die Autos besser werden“.
Sein Mercedes-Kollege Nico Rosberg holte von Startplatz 13 als Zehnter zumindest noch einen Punkt. „Damit muss man zufrieden sein“, sagte der gebürtige Wiesbadener. Leer aus gingen neben Schumacher auch Nico Hülkenberg im Force-India- Mercedes auf Rang elf und Marussia-Pilot Timo Glock auf Platz 21.
Schlechter Start für Vettel
Kurz nach dem Start war die Laune im deutschen Lager noch schlechter. Vorne scheiterte der von Rang drei ins Rennen gegangene Vettel beim Überholmanöver gegen Romain Grosjean und wurde stattdessen gar von Jenson Button kassiert. Schumacher musste nach dem Startabbruch aus der Box starten musste. Glock hatte in der fünften Runde einen Dreher.
Vettel verzweifelte derweil an Button und sendete einen Hilferuf in die Box. „Ich bin eigentlich viel schneller als Button. Wir müssen es über die Strategie machen“, funkte er. „Wir versuchen, was geht“, kam es zurück. „Jungs, bitte lasst uns irgendwas probieren“, meinte der Weltmeister, zum Risiko bereit. Letztlich holte sich Vettel für die letzten acht Runden nochmal frische Reifen. Es reichte für die schnellste Rennrunde kurz vor Schluss, aber nicht mehr fürs Podium.

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