Gut verpackt ist halb gewonnen. Schon seit der Antike heißt die menschliche Verpackung „Kleidung“ oder „Mode“. Und in letzter Zeit „Schönheitsoperation“!
Spätestens seit die Finanzindustrie die Kunst der Verpackung entdeckt hat, wissen wir um deren Risiken. Die letzte Finanzkrise war eine Art Julklapp für Banker: Man schnürte verheißungsvolle Pakete auf und hielt am Ende nur eine Teetasse mit beklopptem Motto in der Hand: „Pech! Auch schon einen im Tee?“ Oder so.
Verpackungen bieten jedoch auch Chancen. Gerade im Kulturbereich ist es schwer, Projekte zu finanzieren. Dort sollte man von der Wirtschaft lernen. Wenn eine überteuerte Gaspipeline sich NABUCCO nennt und damit andeutet, den Verbraucher in einen Gefangenenchor zu verwandeln, sollte die Oper nicht im Gegenzug ein Finanzprodukt werden können?
„TOSCA“ steht bald vielleicht nicht nur für eine Oper von Puccini, sondern auch für „Turbo-Opern-Substanz-Cash-Anleihen“! Bei Gewinn lockt eine tolle Rendite, bei Verlust zahlt der Steuerzahler! „AIDA“ ist nicht nur die Geschichte einer nubischen Prinzessin, sondern steht für „Absicherung Interessanter Darlehensfinanzierter Aufführungen“.
Mehrere Opern, Theaterstücke und einige Offshore Windparks werden in einem Finanzpaket vereint. Das ist klassische Arbeitsteilung: Die einen machen viel Wind – und der Offshore-Park liefert den Profit!
Auch die anfangs zitierte Verpackung „Schönheits-OP“ kann als Investition gesehen werden. Sogar eine mit dem begehrten Rating Triple A: AAA – „Absicherung altersbedingten Attraktivitätsverlustes“! Wir alle sind Verpackungskünstler: Christo ist überall!
Kabarettist Chin Meyer schreibt jeden Mittwoch und Sonnabend im KURIER
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Wer nach einigen Jahren immer noch von den Verstorbenen zehrt, ist entweder ein Kannibale, der auch Gammelfleisch gut verdaut – oder ein Erbe! Mehr...
