Enttäuschte Erwartungen sind schmerzhaft. Das wissen wir spätestens, seit die Sache mit dem Weihnachtsmann aufflog – eine erste Blase, die platzte! Vorgestern platzte eine andere Blase: Die Märkte reagierten „enttäuscht“ auf die Ankündigung des EZB-Chefs Draghi, kein Dukaten produzierender Esel zu werden und unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen. Was zeigt, dass der Weihnachtsmann im Vergleich mit Börsianer-Erwartungen eine relativ realistische Vermutung ist!
Erwartungen spielten von jeher eine große Rolle für die Börse. Etwa die Erwartung, dass bankrotte Penner in der Lage sein werden, ein Einfamilienhaus abzubezahlen. Die meisten von uns fänden das absurd. Außer man ist amerikanischer oder spanischer Finanzexperte ... Eine derartige Tätigkeit ist vermutlich der Traum eines jeden Drogensüchtigen: Halluzinationen haben und dafür auch noch hoch bezahlt werden!
Nun werden nicht nur Finanzexperten und Börsenspekulanten von überzogenen Erwartungen geplagt. Jeder, der schon mal im Ausland sein Handy verwendete oder mit englischen Touristen einen alkoholfreien Abend verbringen wollte, kann davon ein Lied singen ... In der Eurokrise müssen wir uns jedoch an überzogene Erwartungen gewöhnen. Schließlich geht es im Kern darum, einen Haufen egoistischer Wohlhabender, zerstrittener Staatsmänner, engstirniger Nationalpopulisten und verwirrter Normalbürger eine gemeinsame Vision entwickeln zu lassen. In anderen Worten: Um diese Krise zu überstehen, müssen wir wieder an den Weihnachtsmann glauben! Ich habe schon mal angefangen, Briefe an ihn zu schreiben...
Kabarettist Chin Meyer schreibt jeden Mittwoch und Sonnabend im KURIER
Du hast ja ’ne Meise! Das sagt man mir gern. Das ist so nicht richtig – ich habe mehrere Meisen. Sie brüten auf meinem Balkon, seit meine Frau dort ein Vogelhäuschen raushängte. Ein barmherziger Akt, schließlich sind Meisen streng genommen obdachlos. Mehr...
Drohnen sind ursprünglich männliche Bienen, die nicht arbeiten müssen und sterben, nachdem sie einmal mit der Bienenkönigin gepoppt haben. Der „Euro Hawk“ hat nicht gearbeitet und ist bereits vor seinem Hochzeitsflug gestorben. Mehr...
Wer nach einigen Jahren immer noch von den Verstorbenen zehrt, ist entweder ein Kannibale, der auch Gammelfleisch gut verdaut – oder ein Erbe! Mehr...
