Das Entwicklungshilfeministerium fällt im Politikbetrieb selten auf. Es ist das ungeliebte Stiefkind, dessen Minister Fördergelder beantragt, die dann abgelehnt werden. Nicht so mit Dirk Niebel! Ein Mann, dem man nachsagt, er hätte sich das „i“ im Namen nachträglich einfügen lassen, damit nicht auffällt, was für eine Politik er macht! Ein Mann, den man den „Entwicklungs-Abwicklungs-Minister“ nennt. Ein Mann, der nicht nur Experte für günstige afghanische Teppich-Importe ist, sondern auch PR-Genie!
Jetzt hat „Nebel-Dirk“ gleich doppelt zugeschlagen. Bei der KfW-Bank beantragte er eine PR-Offensive für Mittelstands-Investitionen in Afrika im Wert von sechs bis sieben Millionen Euro, am besten mit ganz viel Bildern von ihm und seinem Kumpel Philipp Rösler! Außerdem will er den Biosprit E10 vom Markt nehmen. Nun ist unklar, was Biosprit mit Entwicklungshilfe zu tun hat – es sei denn, Niebel plant eine massive „Beschäftigungs-Offensive“ arbeitsloser Zentralafrikaner, die spritsparend für das Tragen von Sänften im Berliner Regierungsviertel eingesetzt werden ...
Genauso unklar ist, warum die KfW, die immerhin dem Steuerzahler gehört, eine Kampagne finanzieren soll, die in erster Linie FDP-Chefs gut aussehen lässt. Doch wer weiß? Vielleicht muss der deutsche Mittelstand aufgerüttelt werden, was Afrikas Potenziale angeht. Und das am besten mit Bildern von Niebel und Rösler mit Löwenfell und Massai-Federschmuck. Darunter die Schlagzeile: „Mittelständler investieren in Afrika - mit Bwana Rösler und „Abu Niebel & Söhne“ (Import/Export Orientteppiche, Elfenbein und Bongos)!
Blöd wie ein Sack Kartoffeln“, heißt es gerne. Das stimmt so aber nicht, denn ein Sack Kartoffeln war nicht blöd, sondern nur blöd teuer! Mehr...
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