Manche schleichen sich von ganz allein in den Kopf. Viele holen wir uns ganz bewusst herbei: Fantasien von zärtlichem, erhitzendem oder obsessivem Sex.
„Die meisten Menschen schämen sich dafür. Dabei sind sexuelle Fantasien etwas völlig Normales“, sagt Sexualberaterin Gabriele Leipold. „Damit muss sich niemand alleine fühlen.“
Was steht hinter den Bildern? Über welche kann, darf oder sollte man mit dem Liebespartner reden? Gabriele Leipold erklärt die häufigsten Sexfantasien.
Kopfkino: Sie spazieren mit Ihrer Frau Hand in Hand durch die City. Fremde Männer verschlingen sie mit Blicken. Das erregt Sie. Sie drängen Ihre Frau ins Stundenhotel und lieben sie dort leidenschaftlich.
Das steckt dahinter: Eine Frau, die begehrt wird, macht Sie zum Alpha-Typ. Gedanke: Meine Frau, meine Hure – sie gehört mir allein.
Tipp: Reden Sie drüber. Probieren Sie’s aus, falls Ihre Frau daran Interesse zeigt.
Das Kopfkino: Die Freundin Ihrer Frau bleibt nach dem Abendessen. Sie schlüpft aus ihren Kleidern, dann küsst sie Ihre Frau und beginnt mit ihr ein Spiel mit Sextoys. Danach verwöhnen beide Frauen Sie.
Das steckt dahinter: Der Gedanke, zuschauen zu können, erregt Sie. Vielleicht sind Sie aber auch nicht gerne der Aktive beim Liebesspiel?
Tipp: Ausprobieren, falls Ihre Partnerin diese Idee spannend findet. Jede zweite Frau ist für solche Spiele zugänglich.
Das Kopfkino: Sie essen im Restaurant. Ihre Frau trägt keinen Slip, das kann sogar der Kellner sehen. Sie kriecht unter den Tisch und verwöhnt Sie mit dem Mund.
Das steckt dahinter: Erscheint Ihnen Ihre Frau im Alltag überlegen? Sie sehnen sich danach, Macht über sie und die Zuschauer auszuleben.
Tipp: Probieren Sie das nicht in der Öffentlichkeit aus. Das wäre eine „Erregung öffentlichen Ärgernisses“. Flüstern Sie sich solche Ideen lieber zu.
Das Kopfkino: Sie sind gefesselt, eine Domina beschimpft und schlägt Sie.
Das steckt dahinter: Oft ein Trauma aus der Kindheit. Nicht selten hat der Betroffene physische oder psychische Gewalt erlebt. Die Domina übernimmt die Rolle einer Übermutter.
Tipp: Fühlt sich nur einer in einer Beziehung zu solchen Sexpraktiken hingezogen, hat die Partnerschaft kaum noch eine Chance. Eine Therapie kann helfen.
Das Kopfkino: Sie stöckelt ins Büro ihres Chefs. Er küsst sie stürmisch, dann befördert er ihre Kleidung zur Seite, dass sich beide auf dem Schreibtisch vergnügen können.
Das steckt dahinter: Macht macht Männer sexy. Autorität auch. Sich einem starken Liebhaber auszuliefern, törnt an.
Tipp: Viele Frauen haben solche Experimente schon ausprobiert. Und einige bereut. Wenn, dann mit Vorsicht genießen.
Das Kopfkino: Jung, muskulös, schweißglänzend steht der Handwerker in Arbeitsklamotten in ihrer Eingangstür. Statt nach seinem Werkzeug greift er nach ihr, drückt sie gegen die nächste möbelfreie Wand.
Das steckt dahinter: Starker Mann, starke Gene, starke Kinder – der evolutionsbedingte weibliche Instinkt schlägt voll durch.
Tipp: Statt den Klempner zu verführen, lassen Sie Ihren Mann den Handwerker spielen, sagen Sie ihm, wie sexy er als Macher für Sie ist. Der Rest dürfte von allein kommen.
Das Kopfkino: In einem Hauch von nichts sitzt sie an der Hotelbar. Zwei Unbekannte flirten sie an und begleiten sie ins Hotelzimmer – dort schläft ihr Mann. Als der aufwacht, hat sie heißen Sex mit den anderen.
Das steckt dahinter: Der Wunsch nach maximaler Beachtung. Am liebsten wäre sie der Mittelpunkt im Universum ihres Partners.
Tipp: Nicht ausprobieren! Es gibt nur wenige Männer, die so eine Show antörnt. Erzählen Sie ihm lieber mal vom Interesse anderer Männer an Ihnen.
Das Kopfkino: Eine Physiotherapeutin massiert sie. Immer näher am Schambereich. Plötzlich werden ihre Massagebewegungen erregend.
Das steckt dahinter: Die Lust auf sanften Sex. Bisexuelle Fantasien haben Frauen häufiger als Männer.
Tipp: Besser nicht heimlich ausprobieren. Wenn’s wirklich wichtig ist, reden Sie mit Ihrem Partner.

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