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Donnerstag, 19. Juli 2012

Domina (32) schreibt Buch: Warum macht uns Sadomaso so heiß?

Von Silvia Becker

Nala Martin (32) arbeitet als Domina in Hamburg.
Nala Martin (32) arbeitet als Domina in Hamburg.
Foto: Stefanie Heider

Ein Buch fesselt die Welt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Sadomaso-Schmöker „Shades of Grey“ verkaufte sich allein in Kanada und den USA mehr als 15 Millionen Mal. Auch in Deutschland landete der Roman der britischen Autorin E. L. James auf Platz eins der Taschenbuch-Charts. Jetzt legt eine Domina aus Tötensen nach: Nala Martin (32) bringt am 1. August ihren SM-Roman „Safeword“ heraus. Und sie weiß wirklich, wovon sie schreibt ...

„Ich fühlte, wie die Angst meinen Nacken entlangkroch und mich lähmte. Er packte mich an meinen Haaren und zerrte mich ins Badezimmer.“ Wie in „Shades of Grey“ geht es in „Safeword“ um eine Frau, die sich einem Mann unterwirft: Die Hamburger Domina Sharon verliert eine Wette mit ihrem Stammgast Dave. Ihr Einsatz: Der Freier darf sie ab jetzt dominieren. Und sie muss dabei auf das so genannte „Safeword“ verzichten – einem vorher vereinbarten Wort, bei dem alle Quälereien sofort beendet werden.

Fesseln, Knebeln, Peitschen: Vor allem Frauen sollen seit „Shades of Grey“ auf SM-Romane stehen. Und auch das Sex-Leben der Damenwelt soll sich dadurch verändert haben. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass sich 80 Prozent der Britinnen auch gern mal beim Sex unterwerfen würden.

„Frauen sind heute eben sehr selbstbewusst und nehmen sich das, was sie wollen“, sagt Nala Martin. „Und einige wollen eben, dass der Partner im Bett der Aktive ist und sie sich völlig hingeben können. SM ist ja nicht nur Auspeitschen und Anbrüllen. Der Aktive kann zum Beispiel auch einfach nur bestimmen, wann die Stellung gewechselt wird.“

Bei ihren Freiern übernimmt Nala Martin nur den dominanten Part. „Privat bin ich aber ein ,Switcher’, das heißt, da bin ich auch gerne selbst passiv“, sagt sie. Und was reizt bloß an dieser totalen Unterwerfung? „Das ist vor allem eine Kopfsache. Das Gefühl, völlig hilflos zu sein, nicht zu wissen, was der andere wann mit einem macht, ist für SM-Fans sehr erregend.“

Nala Martins Roman wird vom SM-Hype profitieren. „Es gibt viele Vorbestellungen. Die Nachfrage ist überdurchschnittlich groß“, heißt es beim Verlag „Schwarzkopf & Schwarzkopf“. Nala Martin hat „Shades of Grey“ selbst noch nicht gelesen. „Aber Freunden aus der SM-Szene war der Roman nicht realistisch genug. Mein Buch basiert auf echten Erfahrungen. Das ist wirklich authentisch.“

„Safeword“: Von Nala Martin, Anais (Schwarzkopf & Schwarzkopf), ab 1.8., 9,95 Euro

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