Lust
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Mittwoch, 13. Juni 2012

Ein Insider packt aus: Die miesen Sexgeschäfte von Ibiza

Von ANNE-KATTRIN PALMER

Sex, Drogen und Kriminalität prägen die verruchtesten Straßen Europas.
Sex, Drogen und Kriminalität prägen die verruchtesten Straßen Europas.
Foto: dpa

Die Nacht ist heiß. Und der Millionär scharf. Er hat Koks, Kaviar und Champagner auf seine Jacht geordert. Und jede Menge Frischfleisch: attraktive Jungs oder Mädels, käufliche Lustknaben oder edle Huren, naive, feierlustige Touristen. Er wird sie mit Alkohol und anderen Drogen gefügig machen. Dazu Techno oder Beat. Hauptsache Sex. So läuft das auf Ibiza, der Insel ohne Grenzen.

Christoph Schwarz ist 39, ein Ex-Model und Chef einer Callboy-Agentur. Er kennt das miese Geschäft mit dem Sex auf der malerischen Baleareninsel. Das Gebaren der Sugar-Daddys und braven Familienväter. Jetzt packt der Wiener in seinem Buch „Ibiza 24“ (edition a; 19,95 Euro) aus.

Christoph Schwarz (39) ist Chef von 15 Callboys, die er auf Ibiza aber nur noch an ausgewählte Kunden vermittelt. Vor den wilden Partys der Neureichen warnt er alle Touristen.
Christoph Schwarz (39) ist Chef von 15 Callboys, die er auf Ibiza aber nur noch an ausgewählte Kunden vermittelt. Vor den wilden Partys der Neureichen warnt er alle Touristen.
Foto: zVg

Der Insider zum KURIER: „Die Insel ist vielleicht der schönste, aber ganz sicher der dekadenteste Ort der Welt. Die Manieren der Reichen, die Partys um 100.000 Euro schmeißen, am nächsten Tag den Kaviar ins Meer kippen, weil ihre Gäste zu sehr auf Drogen waren, um zuzugreifen, und die in den angesagten Clubs Champagnerflaschen kaufen, bloß um sie unters Volk zu sprühen, sind in den vergangenen Jahren immer schlimmer geworden.“

Früher zog das schwule Ex-Model (Schwarz ist seit vier Jahren fest liiert) selbst auf die wilden Sex-Partys der Reichen und bot dort seine Jungs an. Dann hatte er die Nase voll. „Es entwickelt sich auf Ibiza immer mehr eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Auf der einen Seite der Massentourismus und auf der anderen viele Neureiche, die keine Grenzen mehr kennen. Russen und Araber sind am schlimmsten. Sie verlieren nach viel Alkohol und Drogen die Kontrolle und fassen die Jungs und Mädchen grob an. Ich mag das nicht, wenn man Menschen schlecht behandelt. Inzwischen vermittle ich meine 15 Jungs an keinen solcher Kandidaten mehr.“

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