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Mittwoch, 30. November 2011

Edelhure Alina: Was Männer wollen und Ehefrauen falsch machen

Von Sina Kampe

Alina verrät ihre Rangliste männlicher Sex-Fantasien.
Alina verrät ihre Rangliste männlicher Sex-Fantasien.
Foto: zVg

Eines habe ich im Job gelernt: Als Escort-Girl muss man es mögen, als gut gekleidetes Sexobjekt betrachtet zu werden. Als Frau hat man ja eine Rolle von der Natur zugeteilt bekommen.
Viele Männer sehnen sich nach der, in ihren Augen, perfekten Partnerin, die an der Tür auf sie wartet – mit gemachten Haaren und einem farbenfrohen Kleid mit Schürze. Die Männer trauen sich aber nicht, das ihrer emanzipierten Frau zu sagen.
Die Ehefrau verlangt von ihrem Mann ja meist, ihre inneren Werte zu lieben, und setzt sich jeden Morgen ungeschminkt und im Schlabberlook an den Frühstückstisch. Dabei stehen Männer auf ganz einfache Sachen. Ihre Fantasien sind meistens gar nicht so kompliziert:

Je älter die Männer werden, desto mehr Gefallen finden sie an Oralsex, habe ich beobachtet. Fast alle Männer wollen aber sowieso wenigstens jedes zweite Mal Oralsex mit Aufnahme haben. Die Aufnahme, das bedeutet, dass Man(n) bei mir im Mund kommen darf, ist für die Kunden letztendlich das Wichtigste dabei.

Für die meisten Sex-Dates gibt es einen routinierten Ablauf: Ich fange damit an, dass der Mann mir beim Masturbieren zuschauen darf. Danach verwöhne ich ihn etwas oral, bevor ich zum Kondom greife. Einige Männer wollen auch, indem sie meinen Kopf halten, die Geschwindigkeit vorgeben, was sie natürlich nicht können, wenn ich auf ihnen sitze. Viele legen sich auch ins Bett und genießen einfach nur.

Was bei Männern sehr gut ankommt, ist, wenn ich ihren Penis nach dem Sex, sobald ich das Kondom entfernt habe, mit dem Mund säubere. Danach gehe ich mir den Mund immer ausspülen, weil viele einen nicht küssen wollen, wenn man Sperma im Mund hatte. Wenn ich einen Mann einmal so verwöhnt habe, will er das immer wieder ...

Die meisten meiner Kunden haben auch ziemlich ähnliche Traumfrau-Vorstellungen. Sie mögen gepflegte Frauen, lange gelockte Haare, nicht zu viel Schminke und je nach Alter haben sie, was die Intimfrisur und Dessous angeht, gewisse Vorlieben.

Männer im mittleren Alter wurden durch eher „buschige“ Frauen sozialisiert, darum lasse ich untenrum eine zwei Finger breite „Landebahn“ stehen. Obendrüber ist ein Hüftgürtel meistens Pflicht. Dazu trage ich halterlose Strümpfe. Solariumsbräune, Tattoos und Piercings sind bei meinen Kunden nicht gewünscht.

Sie stehen auf farbenfrohe Kleider und Röcke und lieben es, dass ich eine Frau bin, die sich im klassischen Sinne um sie kümmert. Wenn ich mit einem Kunden auf einer Party bin, frage ich ihn zum Beispiel, ob ich ihm und den anderen Herren was vom Büfett holen soll. Oder ich gieße ihm nach, sobald er sein Glas ausgetrunken hat. Natürlich nicht, wenn Alkohol im Spiel ist.

Wichtig ist auch, sich die Hobbys des Kunden zu merken. Wenn er sich für Zigarren interessiert, dann beschäftige ich mich halt mit dem Thema. So wie es auch seine Freundin oder Frau gemacht hat, als sie ihm noch gefallen wollte. Das ist doch eine normale Verhaltensregel für eine Frau. Außerdem kann man mit dem Kunden, außer zu reden und Sex zu haben, auch noch spielen.

Seit meinem fünften Lebensjahr spiele ich Geige. Nicht berauschend gut, aber es reicht für kleinere Vorstellungen vor einem oder zwei Gästen. Dann kann man Musiktitel-Raten spielen. Wenn der Gast nicht errät, was es ist, legt er ein Kleidungsstück ab. Wenn er es errät, lege ich ein Kleidungsstück ab. Ich passe aber immer auf, dass ich zuerst entblättert bin.

Außerdem versuche ich, Nähe zum Kunden aufzubauen, indem ich ihm zuhöre und ihn liebevoll anfasse. Ich schaue ihn auch bewundernd an. Etwas, das leider nur noch wenige Frauen machen. Das fehlt den meisten Männern als Bestätigung und Anerkennung. Und ich stelle an meinen Kunden keinerlei sexuelle Erwartungen, wie zum Beispiel seine Ehefrau, die ihn durch ständiges Nörgeln zu einer anderen, meist Jüngeren, treibt.

Ich verkörpere also die perfekte Illusion.Sobald ich zu einem Job gehe, lege ich meine privaten Probleme ab. Ich konzentriere mich auf den Mann – und Männer definieren sich über ihren Beruf. Deshalb ist es für eine erfolgreiche Escort-Lady sehr wichtig, dass der Kunde über seine Arbeit reden kann und ich ihm interessierte Fragen stelle.

Man erhält nur Wiederholungsbuchungen, wenn er sich neben dem Sex noch gut unterhalten konnte. Ich höre oft von Männern, die andere Escorts gebucht haben: „Mit denen kann man sich nicht unterhalten.“

Die meisten Mädchen sind jünger als ich und haben weniger Erfahrung. Diesen Vergleich kann ich bei bestimmten Partys immer wieder ziehen. Denn viele Kunden treffen sich mit Freunden oder Geschäftspartnern, die ebenfalls Escort-Mädchen dabei haben, zum Feiern.

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