Spätestens seit Schauspielerin Meg Ryan in der Komödie „Harry und Sally“ lustvoll im Restaurant stöhnte, wissen wir: Frauen können einen Orgasmus vortäuschen. Doch warum tut frau das bloß?
Die Wissenschaftlerin Farnaz Kaighobadi von der Columbia University (New York) und ihre Kollegen von der Oakland University (Michigan) befragten mehr als 400 Frauen im Alter zwischen 18 und 46, die alle mindestens sechs Monate in einer festen Beziehung waren. Über die Hälfte von ihnen gab zu, schon einmal beim Sex den Orgasmus vorgetäuscht zu haben. „Ein Hauptgrund war, dass die Frauen so das Interesse ihres Partners wachhalten wollen. Und sie wollen so verhindern, dass er fremdgeht“, erklärt die Forscherin.
Ein anderer Grund ist, dass die Frauen nach der ersten Verliebtheit die Lust am Sex verlieren, schneller fertig werden wollen. Stöhnt sie angeblich lustvoll, glaubt er, er kann nun auch kommen.
Sex, so meint Diplom-Psychologin Regina Tamkus, sei oft zu zielorientiert und auf Schnelligkeit aus. „Viele Männer haben verlernt, Frauen in der Tiefe ihrer Seele und ihres Körpers zu berühren, und viele Frauen, einen Mann wirklich zu empfangen“, so Regina Tamkus zu uns. „Die Frau lässt ihn zu früh rein, sie empfindet wenig und täuscht den Orgasmus vor. Was auf Dauer zu Resignation und Frust für beide führt.“
Die Diplom-Psychologin empfiehlt, den Fokus auf Liebe und körperliche Verbundenheit statt auf den Orgasmus zu legen, um so wieder „die orgiastische Empfindsamkeit des Körpers zu wecken“. Dann wird aus Routine wieder erfüllter Sex.

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