Über sechs Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll. Dabei sind längst nicht alle Produkte gammlig oder ungenießbar.
Schuld an der Verschwendung ist auch die Wegwerf-Mentalität der Verbraucher, glaubt Franz Martin Rausch, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels: „Der Großteil der Lebensmittelabfälle stammt von Privathaushalten“, sagt er.
Marktforscher von der Gesellschaft für Konsumforschung haben ausgerechnet, dass jeder Verbraucher im Jahr 400 Euro in Lebensmitteln in die Tonne wirft. Damit Milch, Käse, Fisch und Obst möglichst lange frisch bleiben, ist die richtige Lagerung im Kühlschrank entscheidend.
Was nicht alle wissen: Im Inneren des weißen Riesen herrschen große Temperaturunterschiede. So ist Hackfleisch oben in der Tür genauso eine schlechte Idee, wie Bananen im Gemüsefach. Generell gilt: Den Kühlschrank nicht zu voll räumen.
Bleibt kein Platz zwischen den Lebensmitteln, zirkuliert die Luft nicht mehr richtig, die Lebensmittel werden nicht optimal gekühlt und dann schnell schlecht. So geht’s richtig:
Der kälteste Platz im Kühlschrank ist der auf der Ablage über dem Gemüsefach. Hier ist der ideale Platz für leicht Verderbliches wie Wurst, Fleisch und Fisch.
Im mittleren Fach des Kühlschranks haben Milchprodukte wie Joghurt, Käse, Sahne oder Quark genau die richtige Kühltemperatur. Hier halten sie besonders lange.
Ob Gurke oder Zucchini – in der Schublade lagern fast alle Obst- und Gemüsesorten gut. Kartoffeln und Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank (Aroma-Verlust droht sonst).
Der obere Bereich ist optimal für Getränke, kälteempfindliche Südfrüchte wie Ananas oder Melone. Auch Konserven und Marmelade stehen hier gut. Zitrusfrüchte gehören gar nicht in den Kühlschrank.
Milch, Wasser, Säfte oder Eingemachtes finden in der Getränkehalterung genug Platz nach oben. Außerdem herrschen im Türfach moderate Temperaturen.
Ketchup, Konfitüren, Dressings, Senf und Saucen – Waren, die meist länger haltbar sind und oft zum Kochen gebraucht werden finden im Türfach Platz. Verunreinigung der Tuben und Gläser vermeiden.
In der oberen Kühlschranktür herrschen fast frühlingshafte Temperaturen. Hier bleiben die Eier länger frisch und die Butter trotz Kühlung noch streichbar.
„Mindestens haltbar bis...“ bedeutet nicht, dass Waren nach Ablauf des aufgedruckten Datums verdorben sind. Der Hersteller gewährleistet lediglich bis zu diesem Zeitpunkt, dass es keine Beeinträchtigungen in Geschmack, Aussehen oder Konsistenz gibt.
Genießbar sind die Produkte auch nach Ablauf, Joghurts zum Teil bis zu 4 Wochen über Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Hier hilft es, auf seine Sinne zu hören. Schauen Sie sich abgelaufene Ware an (Deckel dürfen nicht gewölbt sein), riechen Sie dran, kosten Sie – dann kann nichts passieren.
Anders sieht es bei Waren mit Verbrauchsdatum aus (Fleisch z. B.). Sind die abgelaufen, gehören sie tatsächlich in den Müll.

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