Living

Donnerstag, 14. Juni 2012

Urlaube immer kürzer: Wie viel Auszeit braucht der Mensch?

Von SIEGLINDE NEUMANN

Einfach im Liegestuhl liegen und entspannen: Die Deutschen gönnen sich dafür immer weniger Zeit am Stück.
Einfach im Liegestuhl liegen und entspannen: Die Deutschen gönnen sich dafür immer weniger Zeit am Stück.
Foto: dapd
Köln –  

Nix wie weg, endlich ausschlafen, entspannt die Seele baumeln lassen. Deutschland schaltet allmählich um auf den Urlaubsmodus. Aber huch, wer hätte das gedacht: Die sommerlichen Auszeiten werden immer kürzer. Große Ferien? Von wegen! Die Haupturlaubsreise der Deutschen dauert nur noch 12,9 Tage.

Statt die eine große Ferienreise anzutreten, wird der Jahresurlaub häppchenweise genommen. Aber kann man sich in so kurzer Zeit überhaupt noch erholen? Da streiten die Experten - einig sind sie sich aber darin, dass es darauf ankommt, was wir während der Auszeit machen.

Jörg Feldmann, Bundesanstalt für Arbeitsschutz in Dortmund: „Der Mensch braucht ein paar Tage, um sich körperlich und geistig von der Arbeit zu verabschieden, viele denken an den letzten drei, vier Urlaubstagen schon wieder an den Job.“

Dauer der Haupturlaubsreise:

198317,4 Tage
199315,8 Tage
200313,9 Tage
201112,9 Tage

Eine Lanze für den Trend zum Urlaubssplitting bricht Prof. Martin Lohmann vom Institut für Tourismusforschung in Kiel. Die Bedeutung der Urlaubsdauer für den Erholungswert einer Reise werde generell überschätzt: „Den größten Erholungsgewinn erreichen wir nachweislich in den ersten drei bis vier Tagen am Urlaubsort. Danach ist der Level der Entspannung recht konstant.“

Schon die Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub wirke sich messbar positiv aus. Je öfter wir wegfahren, desto öfter können wir davon profitieren.

„Das Allerwichtigste, um zu entspannen und aufzutanken, ist, einen Gegenpol zu unseren alltäglichen Stressfaktoren zu finden“, weiß der Kölner Psychologe und Erholungsforscher Prof. Henning Allmer - dafür verrät er 10 „Goldene Regeln“ - exklusiv hier.

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