Living

Sonntag, 3. Juni 2012

Kommentiert von Guido Cantz: Klugscheißerwissen für jede Lebenslage

Von ANDREA KAHLMEIER

Comedian Guido Cantz hat es gesammelt: Das Klugscheißerwissen für jede Lebenslage.
Comedian Guido Cantz hat es gesammelt: Das Klugscheißerwissen für jede Lebenslage.

Ein Komiker auf dem Kreuzzug gegen die Volksverdummung!

„Verstehen Sie Spaß?“-Moderator Guido Cantz (40) durchkämmte monatelang das gesammelte Weltwissen und förderte verblüffende Fakten zutage, die er in seinem Buch „Cantz schön clever“ (Bastei Lübbe, 9,99 Euro) und auf seiner „Cantz schön clever – live!“ -Tour mit seinen Fans teilt. Jede Wette, mit diesem abgedrehten Wissen können Sie auf jeder Party den universellen Schlaumeier raushängen lassen.

Hier das Klugscheißerwissen für jede Lebenslage – serviert und kommentiert von Cantz:

Wie heißt der Schutzpatron fürs Fernsehen? Klara von Assisi, wirklich kein Witz. Da gab es allerdings noch kein Privatfernsehen. Zum Schutzpatron von RTL, Sat.1 und Co. schlage ich hiermit Hugo Egon Balder vor.

Wie heißt der kürzeste Fluss der Welt? Antwort: Der Roe River im US-Staat Montana ist ganze 61 Meter lang!

Wann gilt ein Zug bei der Deutschen Bahn als pünktlich? Wenn er weniger als sechs Minuten zu spät kommt. In Japan hingegen sind Verspätungen von mehr als 30 Minuten so selten, dass sie, wenn sie doch mal vorkommen, Hauptthema in den Abendnachrichten sind. In Deutschland könnte man hingegen einen aktuellen Brennpunkt senden, wenn es ein Regionalzug im Feierabendverkehr ausnahmsweise einmal pünktlich schafft.

Wie nennt man die größte Champagner-Flasche? Die Melchisedech, sie fasst 30 Liter. Leider muss man als Sektkühler auf eine Mülltonne aus Gusseisen zurückgreifen.

Wer führt die Hitliste der teuersten Promi-Scheidung an? Antwort: Mel Gibson. Er bezahlte an seine Ex-Frau Robyn Moore 450 Millionen Dollar. In Erwartung hoher Scheidungskosten sparen übrigens immer mehr Männer schon während der Ehe. Sie teilen sich ihr teures Hotelzimmer mit ihrer Sekretärin.

Einer der schrecklichsten Doppelnamen in der Politik: Anton Schmelz-Käser (Christliche Mitte), bei dem man nur hoffen kann, dass er sich nicht freiwillig für den Namen entschieden hat, sondern dass er von seinen Eltern zwangsweise „überbacken“ wurde.

Der Dauerbrenner beim Eurovision Song Contest (ESC): Musikproduzent Ralph Siegel nahm 20-mal am ESC teil, belegte 1982 mit „Ein bisschen Frieden“ einmal in 35 Jahren den 1. Platz – immerhin einer mehr als Leverkusen bisher errungen hat.

Was kann mit Coca Cola noch machen, außer sie zu trinken? Antwort: Coca Cola verleiht den Haaren mehr Volumen – den Hüften übrigens auch.

Reiselust: Der Brite Thomas Cook führte am 5. Juli 1841 einen Vorläufer der Pauschalreise durch, brachte 570 Menschen für einen Shilling mit dem Zug von Leicester nach Loughborough. Und das war inklusive: Hin- und Rückfahrt ohne Sitzplätze, ein Schinkenbrot, eine Tasse Tee. Immerhin mehr, als die meisten Billigflieger anbieten.

Wo hängt die älteste funktionierende Glühbirne? In der Feuerwache 6 im kalifornischen Livermore. Sie brennt seit 1901 fast ununterbrochen. Über 110 Jahre ohne Pause in Aktion – das kann sonst nur Keith Richards von sich behaupten ...

Was kostet die Welt? Der amerikanische Astrophysiker Greg Laughlin hat aufgrund eines von ihm entwickelten Systems ausgerechnet, dass die Erde 3.519.501.942.644.496 Euro kostet. Den Mars beziffert der Astrophysiker mit nur 12.000 Euro. Dieser Schnäppchenpreis kommt sicherlich auch deshalb zustande, weil der Rote Planet nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

Sauberwahn: 1973 feierte der SPD Ortsverein Leverkusen-Alkenrath in den Museumsräumen von Schloss Morsbroich. Die Genossen benutzten eine Babybadewanne, die sie dort fanden, zum Spülen der Gläser. Was sie nicht wussten: Es handelte sich dabei um das Kunstwerk „Badewanne“ von Joseph Beuys. Die Folge: 40.000 Euro Schadensersatz! Jetzt werden auf Feiern nur noch Einwegbecher ausgegeben.

Schöner Schieler: Bei Forschungen an der Universität Stanford stellte man fest, dass Michelangelos David schielt – der Mann, der jahrhundertelang unser aller Schönheitsideal prägte. 500 Jahre lang blieb dieser Silberblick unentdeckt – unvorstellbar.

Der dümmste Todesfall der Welt: In Buenos Aires (Argentinien) fiel ein Pudel von einem Balkon und einem Mann auf den Kopf – beide tot. Ein weiterer Mann wurde von einem Bus überfahren, weil er von dem Spektakel abgelenkt wurde – und ein dritter Augenzeuge erlitt vor Aufregung einen Herzschlag.

Die verrückteste Rückrufaktion: Bentley rief viele Nobelkarossen zurück, weil Lebensgefahr für die Kühlerfigur bestand. Bei einem Unfall war nicht gewährleistet, dass das Emblem sich bei einem Unfall automatisch in der Karosserie versenken würde. Außerdem setzte die Kühlerfigur Rost an. Eine Katastrophe, die uns alle kalt erwischte ...

Die erste SMS der Welt schickte US-Ingenieur Neil Papworth am 3. Dezember 1992 an einen Kollegen, der sich auf einer Weihnachtsfeier befand. Text: „Merry Christmas“. Heute werden jährlich übrigens 46 Milliarden SMS verschickt. Allein die Hälfte davon dürfte Lothar Matthäus versendet haben – an verschiedene Nummern, aber mit dem gleichen Text: „Willst du mich heiraten?“

Wer verbirgt sich hinter dem hellenischen Zungenbrecher Vassiliki Papathanassiou? Weder Otto Rehhagel noch der Gyros-Schnitzer von der Ecke, sondern niemand Geringeres als die Sängerin Vicky Leandros.

Total abgehoben: Am Düsseldorfer Flughafen wollte ein Mann mit lebenden Tauben in den Hosenbeinen nach Tripolis fliegen. Sie waren mit Klebeband an seiner Wade befestigt. Nicht legal, aber durchaus ein originelles Mittel gegen schwere Beine.

Wie heißt das Spiel „Reise nach Jerusalem“ in Israel? Ganz anders: „Musikalische Stühle“.

Was war der allererste „Klospruch“? Bei Ausgrabungen in Pompeji wurde die lateinische Wandschrift des ersten verbürgten Klomannes der Geschichte entdeckt: „Cacator cave malum! Aut si contempseris, habeas Joven iratum.“ Was so viel heißt wie: „Hüte dich, auf die Straße zu kacken. Sonst trifft dich Jupiters Zorn!“

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