Dienstag, 1. November 2011
Rollstuhlfahrer hilft Rollstuhlfahrern

Internet-Star Raul: Kleiner Mann ganz groß


Raul Krauthausen
Raul Krauthausen
Foto: zVg
Berlin –  

Raul Krauthausen (31) fällt auf. Der Grund ist sein Rollstuhl, seine Behinderung. Das weiß er auch, macht daraus keinen Hehl. Doch seit Wochen sprechen ihn viele Menschen auf der Straße an, erkennen ihn wieder „aus dem Fernsehen“ – Raul ist Hauptperson im neuen Google-Chrome-Werbespot.

,Wegbereiter’ steht am Ende des Spots hinter seinem Namen – und das trifft es. Denn Krauthausen, der an der Glasknochenkrankheit leidet, hatte zusammen mit Freunden, „die es Leid waren, sich immer im gleichen Café mit mir zu treffen“, die Idee für eine Homepage. Auf der behindertengerechte Orte – Kinos, Restaurants oder Ärzte – auf einer Karte eingezeichnet werden. Interaktiv: „Wenn es in Deutschland 1,6 Millionen Rollstuhlfahrer gibt, dann heißt das doch, dass es auch 1,6 Millionen Leute gibt, die rollstuhlgerechte Orte kennen!“, sagt er wheelmap.org in dem Spot.

Vor einem Jahr ging die Seite online, das Startkapital kam durch den Gewinn des Deutschen Engagementpreises. Und dann rief Google. „Wir hätten nie gedacht, dass es zu einer Kooperation solchen Ausmaßes kommen würde“, sagte Medienentwickler Raul Krauthausen. Seither explodieren die Neueinträge: „Vorherwaren es 100 am Tag, jetzt sind es 4000!“ Eine kostenlose App gibt es bei iTunes.

Raul: „Wir wollen den Betroffenen selbst die Möglichkeit geben, die Stadt zu erfahren und zu erleben – das ist unsere Motivation.“ Sich nicht einschränken lassen, durch Treppenstufen und zu enge Türen. „Ich bin nicht an den Rollstuhl gefesselt, ohne ihn aber wäre ich es...“

Wheelmaps ist nur eins von drei aktuellen Projekten, die Krauthausen mit seinem gemeinnützigen Verein „Sozialhelden“ realisiert hat. Vielfach erhielt der Verein, der auf Spenden angewiesen ist, Preise für sein Engagement. Weiter so!

LEH

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