Loriots Besuch in seiner Geburtsstadt an der Havel (KURIER berichtete) hatte Folgen: Freundschaftsbande wurden geknüpft, Briefe zwischen West und Ost ausgetauscht. Und die Stasi las immer mit, legte die Erkenntnisse in ihren geheimen Archiven ab.
Für alle Beteiligten waren die Tage im März 1985 wunderschön. Gerda Arndt (70), die Dom-Archivarin in Brandenburg an der Havel, hatte den großen Künstler Loriot aus dem Westen eingeladen und er durfte kommen. Eine Ausstellung seiner Werke im Dom war ein riesiger Publikumserfolg.
Der Schauspieler Vicco von Bülow alias Loriot ist am Montag an Altersschwäche gestorben. Er wurde 87 Jahre alt.
Foto: dpaGerda Arndt erinnert sich: „Es war herrliches Wetter. Wir genossen jede Minute des Zusammenseins.“ Loriot und seine Frau Romi übernachteten im Bungalow eines Verwandten von Familie Arndt – wie dieser der Stasi berichtete. „IM Robert“ berichtete auch getreulich seinem Führungsoffizier, „... daß er in postalischer Verbindung mit dem B. stand, falls die Abteilung M Informationen über ihn erarbeitet“.
"Sie haben da was" - die Nudel im Gesicht ist der wohl bekannteste Loriot-Sketch.
In der „Abteilung M“ kontrollierten Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit den Briefverkehr zwischen Ost und West. Und somit auch Loriots Post an die Ost-Bekanntschaft. Gerda Arndt: „Wir sind immer in freundschaftlichem Kontakt geblieben. Ich arbeitete ihm auch Historisches zu. “ Loriots Beziehungen zur DDR entwickelten sich positiv weiter bis zu den Auftritten im Palast der Republik 1987, zur Premiere seines Films „Ödipussi“ 1988 in Ost-Berlin. Ganz genau beobachtet und dokumentiert. Stasi sei Dank. DÜBB
8000 Spitzel rekrutierte die Stasi in den Schulklassen und Pausenhöfen.
Foto: Fotos: Februar Film/Annette Baumeister
Ob biederer Leisetreter, cool mit Pelz und Russen-Schapka, als Tourist oder als Staatsdiener in Uniform – die Stasi kam in vielen Kostümen. Und meist gehörte eine Sonnenbrille dazu.
Foto: Simon Menner / morgen-contemporary.com

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