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Mittwoch, 1. August 2012

Loriot und die Stasi: Der geheime Briefwechsel


Der große Humorist Loriot wurde auch von der Stasi beobachtet. Die Akte über seinen Besuch in Brandenburg/Havel umfasst viele Seiten.
Der große Humorist Loriot wurde auch von der Stasi beobachtet. Die Akte über seinen Besuch in Brandenburg/Havel umfasst viele Seiten.
Foto: dpa
Berlin/Brandenburg –  

Loriots Besuch in seiner Geburtsstadt an der Havel (KURIER berichtete) hatte Folgen: Freundschaftsbande wurden geknüpft, Briefe zwischen West und Ost ausgetauscht. Und die Stasi las immer mit, legte die Erkenntnisse in ihren geheimen Archiven ab.

Für alle Beteiligten waren die Tage im März 1985 wunderschön. Gerda Arndt (70), die Dom-Archivarin in Brandenburg an der Havel, hatte den großen Künstler Loriot aus dem Westen eingeladen und er durfte kommen. Eine Ausstellung seiner Werke im Dom war ein riesiger Publikumserfolg.

Gerda Arndt erinnert sich: „Es war herrliches Wetter. Wir genossen jede Minute des Zusammenseins.“ Loriot und seine Frau Romi übernachteten im Bungalow eines Verwandten von Familie Arndt – wie dieser der Stasi berichtete. „IM Robert“ berichtete auch getreulich seinem Führungsoffizier, „... daß er in postalischer Verbindung mit dem B. stand, falls die Abteilung M Informationen über ihn erarbeitet“.

In der „Abteilung M“ kontrollierten Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit den Briefverkehr zwischen Ost und West. Und somit auch Loriots Post an die Ost-Bekanntschaft. Gerda Arndt: „Wir sind immer in freundschaftlichem Kontakt geblieben. Ich arbeitete ihm auch Historisches zu. “ Loriots Beziehungen zur DDR entwickelten sich positiv weiter bis zu den Auftritten im Palast der Republik 1987, zur Premiere seines Films „Ödipussi“ 1988 in Ost-Berlin. Ganz genau beobachtet und dokumentiert. Stasi sei Dank. DÜBB

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