Er war der „Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“ (1975), besang „Oh Susi“ (1976) und stürmte mit „Hier kommt Kurt“ (1989) die Hitparaden: Frank Zander ist Deutschlands Blödelschlager-Barde Nummer 1. Heute wird er 70 Jahre alt.
Frank Zander ist vor allem ein Berliner Urgestein, der im Kiez um den Lietzensee zu Hause ist. Mit „Nur nach Hause“ hat er eine der Fußball-Hymnen schlechthin gesungen – für Hertha BSC, natürlich.
Er war der „Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“ (1975), besang „Oh Susi“ (1976) und stürmte mit „Hier kommt Kurt“ (1989) die Hitparaden: Frank Zander ist Deutschlands Blödelschlager-Barde Nummer 1. Heute wird er 70 Jahre alt.Und Frank Zander ist ein Kümmerer. Der seinen Namen einsetzt, um zu helfen. Jedes Jahr lädt er Tausende Obdachlose zur Weihnachtsgans ein. Für sein soziales Engagement wurde Zander zum „Berliner des Jahres“ gekürt und bekam das Bundesverdienstkreuz. Beim letzten Mal kamen 2800 Obdachlose ins Hotel Estrel. „Es werden immer mehr, das ist leider so.“ Berührungsängste hat der Musiker nicht. „Ich freue mich einfach, wenn die sich wohlfühlen – und danach sind wir alle platt.“
Die 70 macht ihm jetzt Angst: „Ich hab’ noch so viel vor. Ich gucke immer auf die Uhr und denke, ist es schon so spät?“ Im Kopf fühlt er sich noch wie 39. „Rente, das Wort kenne ich gar nicht.“ Zander ist ein Typ, der sich für vieles begeistert: für neue Songs, Malen, Fotografieren, Videos schneiden. Er sei „noch sehr verspielt“.
In den 60er Jahren macht der Junge aus Neukölln eine Ausbildung zum Grafiker. Als Sänger und Gitarrist der Gloomy-Moon-Singers steigt er in die Musik ein, mit dem Hit „Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein“ gelingt ihm 1975 der große Durchbruch (Nr. 1 in Österreich). Zum Fernsehstar wird er in den 70er- und 80er-Jahren als Moderator. „Plattenküche“ (mit Helga Feddersen) und „Bananas“, beides Musik- und Sketch-Shows, hat er in guter Erinnerung. „Es war eine unheimlich bunte Zeit.“
Die Entertainment-Formate heutzutage findet Zander oft zu voyeuristisch. Für das RTL-„Dschungelcamp“ würde er sich „nie im Leben“ hergeben - „nicht für ’ne Million“. Er habe die Anfragen immer abgelehnt.
Anders als bei Kollegen ist über Zander selten Klatsch zu lesen. Er ist über 40 Jahre mit seiner Evelyn (61) verheiratet – und die schieße alles weg, was jünger sei, erzählt er. Seine Frau und Sohn Marcus (44) sind ihm wichtig: „Ich habe ihnen viel zu verdanken.“
Einen Wunsch hat er zum 70. Er hofft für seine Hertha auf einen Platz unter den ersten Fünf. „Bitte nicht absteigen, das würde mir wehtun.“
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