Die römische Sonne lachte für Berlins Erzbischof, passend zum Anlass: Mit 21 anderen katholischen Geistlichen wurde Rainer Maria Woelki von Papst Benedikt XVI. zum Kardinal erhoben.
Woelki (55) wirkte konzentriert und etwas beklommen, als er im Petersdom aus der Hand des Papstes das Kardinals-Birett aufgesetzt bekam. Bis zuletzt hatte der jetzt weltweit jüngste Kardinal das Gefühl gehabt, „im falschen Film zu sein“. Denn nach nicht einmal einem Jahr als Erzbischof von Berlin, Brandenburg und Vorpommern Kardinal zu werden, hatte er nicht erwartet.
Nach dem prunkvollen „Konsistorium“ posierte er unter freiem Himmel lachend mit Markus Dröge, dem protestantischen Bischof Berlins, der mitgereist war.
Mit dabei war auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der auf einem Empfang nach der Feierlichkeit Woelkis Schlagfertigkeit erlebte. Wowereit hatte mit Anspielung auf das Kardinals-Rot gesagt: „Berlin ist wieder rot geworden.“ Woelki hatte sich aber inzwischen umgezogen, trug die schwarze „Alltags-Soutane“ mit rotem Gürtel: „Ich vereine Schwarz und Rot.“
Woelki hat jetzt wie alle Kardinäle formell eine Kirche in Rom, einen Betonbau in einem Neubauviertel im Osten. Sie ist nach dem Franzosen Jean-Marie Vianney (1786-1859) benannt, Der Schutzheilige der Pfarrer war ein asketischer Prediger und Beichtvater, gründete Schulen und ein Waisenhaus. GL

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