„Haudegen“-Sänger Hagen Stoll (38) hat eine Autobiografie geschrieben. Eine Hommage an seine Heimat. Heute steigt das Buch auf Platz 10 der Spiegel-Bestseller-Liste ein. Wir stellen es in 10 Fakten vor. Hagen Stoll erzählt über ...
... seinen Vater: genannt Kuje („Papuschkuje“), ein DDR-Grenzsoldat. Er prügelte seinen Sohn, als dieser noch klein war. Bis Hagen sich wehrte ...
... die Wende: Hagen, damals Teenie, genoss die Vorzüge: Coca Cola, Döner und Begrüßungsgeld. Gleich mehrfach. Mit seinen Kumpels überklebte er die Stempel im Pass und sahnte die Kohle so siebenfach ab.
... Marzahn: früher einmal „der größte Abenteuerspielplatz der DDR“ und nach der Wende ein Nazi-Nest. Hagen, als HipHopper, war ihr Feindbild, Prügel und Randale an der Tagesordnung. Bei einer Massenschlägerei auf dem Helene-Weigel-Platz lernte er seinen „Haudegen“-Kollegen Sven Gillert kennen.
... Kriminalität: Hehlerei, Überfälle, Raub auf Kleinwagenhändler und Küchenfachmärkte, Börsen-Betrug. Im Buch beschreibt Hagen seine Straftaten ausführlich.
... den Knast: 1997 raubte Hagen eine Tankstelle aus, hätte dann beinahe die Angestellte überfahren und lieferte sich danach eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Das Ergebnis: Erst U-Haft in Bernau, dann Bewährungsstrafe.
... Graffiti: In den 90ern ging der Musiker als „Razia“ in die Sprayer-Geschichte ein: „Ich hatte die ganze Strecke der S7 von Ahrensfelde bis Alexanderplatz für mich vereinnahmt.“
... seine Jobs: Der Ex-DDR-Tischtennismeister Hagen arbeitete unter anderem als Stuckateur (Ausbildung), Türsteher, Torten-Ausfahrer, Putzmann und in der Musikbranche.
... seine Arbeit als Produzent: Hagen begann bei der Plattenfirma Hansa als Texter. Er entwickelte die Beats für das McDonald’s-Lied „Ich liebe es“. Nebenbei feierte er als „Joe Rilla“ HipHop-Erfolge.
... Sido: Rapper, mit dem Hagen auf Tour war. „Sido hat gekifft wie ein Weltmeister, und Kiffer sind eben ein ganz eigener Menschenschlag.“ Sido sei zwar ein schlauer Bursche, passte aber nicht in Hagens Welt.
... Selbstmord: Als Schutz vor Nazis besaß Hagen eine Waffe. Eines Tages wurde er gefragt, ob er einem berühmten Schauspieler ebenfalls eine organisieren könne. Es handelte sich um den krebskranken Diether Krebs, der sich damit das Leben nehmen wollte. Als Hagen erfuhr, was Krebs plante, lehnte er ab. SKA

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