Justitia ist an der Fassade des Kriminalgerichts Moabit. FotO: Sonja Wurtscheid/dpa

Monatelang griff er Menschen auf Bahnhöfen oder auf der Straße an – einfach so. Nun steht Zoltan M. (34) für eine Serie von Prügel-Attacken vor der Richterin – mit zwei Meter Sicherheitsabstand.

Sieben Passanten – darunter ein Junge (6) – attackierte er, griff in drei Fällen Polizisten an, klaute zudem Schokolade, Schnaps, Energy- Drinks. Erst 13 Monate nach Beginn der Serie kam er hinter Gitter.

Was ihn getrieben hatte? Zoltan M.: „Es war für mich wie ein Computerspiel mit künstlichen Menschen.“ Er wurde immer aggressiver, schubste im November eine ihm unbekannte Frau auf dem U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof.

Was ihm die Frau getan hatte? M. nuschelnd: „Nichts, aber ich wollte sie zur Warnung ins Gleisbett stoßen.“ Und wenn eine Bahn gekommen wäre? M. lächelnd: „Ich wusste, dass die nächste U-Bahn erst in drei Minuten kommt. Sie hätte in der Zeit zurück auf den Bahnsteig krabbeln können.“

Die Frau konnte sich an seiner Tasche festhalten, so einen Sturz verhindern. Kurz darauf saß M. in einer U-Bahn, griff sich eine Flasche, warf sie in Richtung einer Rentnerin, traf jedoch einen anderen Fahrgast.

Partys und Computerspiele waren damals seine Welt. Nun geht es um die Frage, ob M. eine Haftstrafe erhält oder auf Dauer in die Psychiatrie kommt. Fortsetzung: 30. März.