Bildungs-Senatorin Sandra Scheeres hat ihre Hausaufgaben gemacht: Zum neuen Schuljahr 2012/13 haben alle 704 öffentlichen Schulen eine Lehrerausstattung von 100 Prozent. Wenigstens theoretisch.
Sehr souverän trat die Sozialdemokratin zum ersten Mal vor Schulstart mit ihren Zahlen an die Öffentlichkeit: 1172 Lehrer wurden 2012 neu eingestellt, die Gesamtzahl der Pädagogen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 49 auf 26 429 – die aber knapp 5000 Schüler (jetzt 287 850, davon 27 790 Erstklässler) weniger zu betreuen haben. „Vergangenes Schuljahr hatten wir den doppelten Abitur-Jahrgang, konnten aber im neuen Jahr die Lehrer halten“, sagte Scheeres. Dadurch, so die Prognose, werde sich auch die Not bei den Mangelfächern wie Mathe und Naturwissenschaften verringern.
Sorgen macht ihr der enorm hohe Krankenstand: 1448 Lehrer sind für längere Zeit krankgeschrieben. Das sind umgerechnet 20 große Schulen mit je 70 Pädagogen, die komplett ausfallen. „Die Zahl ist zu hoch“, findet Scheeres. Man wolle den Lehrkräften Vorschläge für eine berufliche Neuorientierung machen und Alternativen zum Schuldienst vorschlagen. Gleichzeitig setzt Scheeres auf Vorbeugung, will Gesundheitstage und -Seminare für Lehrer und Führungspersonal anbieten.
362 Schulen sind inzwischen zum Ganztagsbetrieb übergegangen. Scheeres will nun an Grundschulen die Konrektoren entlasten, sie bekommen für Organisationstätigkeiten bis zu 11 Stunden eingeräumt.
Große Reformen will sie im neuen Schuljahr nicht anstoßen, man spricht in der Koalition von Schulfrieden. Scheeres: „Ein Wort, das mir nicht gefällt. Es gab ja keinen Krieg.“

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