Gespenstische Szenen in der City-Ost! Wegen einer NPD-Kundgebung zum Wahlkampfabschluss ist der Alexanderplatz für sechs Stunden abgesperrt worden. 1000 Polizisten schützten die Veranstaltung, die um 16.30 Uhr endete. Festnahmen gab es nicht.
Einige Ausgänge von U- und S-Bahn gesperrt, Gitter nahe des Kaufhofs gegenüber Alexa, keine fahrenden Straßenbahnen. Was für ein Aufwand für die 120 NPD-Anhänger, die größtenteils vom U-Bahnhof Frankfurter Allee mit der U5 anreisten. 500 Linke demonstrierten gegen Nazis an den Absperrungen. Sie riefen „Halt’s Maul“ und „Nazis raus“, als NPD-Chef Udo Voigt und Udo Pastörs ihre Reden hielten. Unter Führung Pastörs war die NPD vergangenen Sonntag in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern eingezogen.
Bei den Gegendemonstranten wurde die Polizei kritisiert, weil sie den Kundgebungsort „bis zuletzt“ geheim gehalten habe. Damit sei der „antifaschistische Protest“ erschwert worden. Ursprünglich sollte die Veranstaltung in Schöneweide stattfinden. Ein Polizeisprecher wies die Kritik zurück: „Die Polizei muss das Recht auf Versammlungsfreiheit garantieren.“ Zudem sei es Sache des Veranstalters, ob er Zeit und Ort seiner Kundgebung öffentlich mache. Erst am späten Sonnabend waren die Daten durchgesickert. Zum Abschluss sangen die Neo-Nazis das Deutschlandlied in allen Strophen und verschwanden grölend in der S-Bahn.
Am Abend gab es einen Demo-Umzug gegen Nazis von Ostkreuz bis Lichtenberg. SCHA
Anlässlich einer Kundgebung der Berliner NPD zum 50. Jahrestags der Berliner Mauerbaus zu der sich rund 40 Rechtsextreme eingefunden hatten, sammelten sich auch mehrere hundert Gegendemonstranten, um gegen die Rechtsextremen zu protestieren.
Foto: dpa
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