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Taille 40 Zentimeter: Die Frau, die sich verdünnisiert


Hellersdorf –  

Man schaut hin und glaubt kaum, was man da sieht. Eine Frau, die aussieht, als ob gleich in der Mitte durchbricht. Nur noch 40 Zentimeter misst ihre Taille und sie soll noch schmaler werden.

Die Frau mit der unglaublichen Sanduhr-Taille ist Michele Köbke (24), Verkäuferin aus Hellersdorf und auf dem Weg ins Guinnessbuch der Rekorde. Wie ihr US-Vorbild Cathie Jung will sie ihre Körpermitte auf 38 Zentimeter schrumpfen lassen. Ein Weg, der gefährlich ist.

Ihr erstes Korsett aus schwarzem Satin kaufte Michele vor dreieinhalb Jahren. Da maß die Taille der jungen Frau aus Hellersdorf noch normale 64 Zentimeter. „Einen Monat später habe ich mir eins auf Maß schneidern lassen, jetzt nähe ich meine Korsetts selbst“, erzählt sie. 30 Stück hängen in ihrem Schrank, Erinnerungsstücke an ihren harten Weg zur Traumfigur. Stäbe aus Edelstahl pressen ihre Taille bis zum Anschlag in Form – Tag und Nacht. Michele zieht den Panzer nur zum Duschen aus. Hungern lehnt sie aber ab. „Ich esse, aber sehr diszipliniert und immer nur wenige Bissen über den Tag verteilt.“ Sie wiegt 50 Kilo bei einer Größe von 1,64 Meter.

Michele muss damit leben, dass die Leute sie auf der Straße anstarren oder blöde Bemerkungen machen. „Ob ich genug Luft kriege, werde ich häufig gefragt“. Und? „Ich atme nur mit dem oberen Brustkorb, das klappt ganz gut.“ Ihre Mutter war über die mörderische Schnüraktion der Tochter anfangs geschockt, genauso wie Freundinnen. Ein Mann gibt es aktuell nicht, verrät die Singlefrau. Sie legt deshalb beim festen Schnüren selbst Hand an, zieht die Bänder mit Hilfe einer Türklinke fest.

Ihre untersten beiden Rippen haben sich nach innen verschoben, Magen, Leber und Lunge nach oben, der Darm in den unteren Bauchraum. „Solch extrem enge Korsetts stellen eine erhebliche Gefährdung dar. Es kann zu lebensgefährlichen Erkrankungen kommen“, warnt der Berliner Arzt Dr. Jan-Peter Jansen. „Die unteren Lungenflügel sind abgequetscht, sie werden nicht mehr durchlüftet“, erklärt Allgemeinmediziner Stefan Bernhardt. „Der Körper bekommt nicht genügend Sauerstoff. Er wird anfälliger für Infekte. Durch Druck auf den Bauch reduziert sich der Blutfluss nach unten. Langfristig kann es zu Durchblutungsstörungen, dicken Beinen und Krampfadern kommen. Auch die Verdauung funktioniert nicht, wenn der Darm sich nicht bewegen kann.“

Michele Köbke lässt sich trotzdem nicht von ihrem Weg abbringen. „Die 38 Zentimeter sind mein Ziel, das schaffe ich!“

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