90 Prozent auf alles, das letzte Paket Taschentücher für 20 Cent, so hatten die Schlecker-Läden zum finalen Ramschverkauf geladen. In der Filiale an der Schönhauser Allee waren es ein paar Plastikschuhe in Tarnfarben und Abdeckungen für WC-Sitze, die am Ende übrig blieben. Seit Punkt 15 Uhr ist der wohl traurigste Schlussverkauf Deutschlands vorüber.
Endlich, sagen viele der Schlecker-Frauen, die bis zum Schluss zwischen leeren Regalen meist freundlich Schnäppchenjäger bedienten. Tür zu, aus, vorbei, endgültig Sense, heißt es nun. Oder: „Der Abverkauf ist sehr gut gelaufen“, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters dem KURIER sagte. Schon in der vergangenen Woche hätten viele Filialen mangels Waren gar nicht mehr aufgemacht. „Wenn jetzt noch einzelne Restposten übrig geblieben sind, werden sie in den nächsten Tagen in die XL-Filialen gebracht und dort verkauft.“
Es wird rausgeholt was geht, als gäbe es noch irgendwas zu gewinnen. Für die Verlierer der Schlecker-Pleite gab es den staubigen Schlussakt einer emotionalen Achterbahnfahrt. „Seit Anfang des Jahres sind die Schlecker-Frauen den Tod auf Raten gestorben“, sagt Erika Ritter von Ver.di. „Ab Montag leben allein in Berlin weitere 379 Mitarbeiterinnen vom Arbeitslosengeld.“ Der Aufbruch in ein neues Leben, er wird nicht einfach für die Frauen, wagen müssen sie ihn dennoch. SHI, PK

Zum Beispiel „Gemüsetanz“: Die Teilnehmer des Karnevals der Kulturen haben sich einiges einfallen lassen. Den Berliner Stadtteil Kreuzberg machten sie noch bunter als sonst. Mehr...
