Freitag, 12. August 2011
Ost-Relikte

Hubertus Knabe will DDR-Uniformen verbieten

Von Christian Wiermer

Soldat in DDR-Uniform am Checkpoint Charlie
Soldat in DDR-Uniform am Checkpoint Charlie
Foto: dpa
Berlin –  

Soldaten in Uniform laufen am Brandenburger Tor auf und ab. Ein Foto mit Touristen dort, eins am Checkpoint Charlie. Am Potsdamer Platz verteilen NVA-Truppenmitglieder Stempel auf „Original DDR-Visa“. 50 Jahre nach dem Mauerbau ist in der Hauptstadt ein ganz eigener DDR-Kommerz entstanden. Historiker und Politiker fordern jetzt ein Ende des Klamauks.

Die Ost-Schau "Alltagsdinge"

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„Diese Art von DDR-Nostalgie ist vor allem für die Opfer der SED-Diktatur nur sehr schwer erträglich“, sagt Wolfgang Bosbach (CDU), Vorsitzender des Bundestagsinnenausschusses, zum KURIER. Hubertus Knabe, Direktor der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, geht noch weiter – und fordert die Regierung zu einem neuen Gesetz auf: „Ich kenne kein anderes Land, in denen man in den Uniformen einer gestürzten Diktatur auf der Straße frei herumspazieren kann.“.

Hubertus Knabe will, dass das „geschmacklose Treiben“ durch das öffentliche Tragen von DDR-Uniformen beendet wird. Er sagt: „Die meisten ehemals kommunistischen Staaten haben solche Regelungen seit langem.“

Der Leiter der Gedenkstaette Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe: Er will DDR-Uniformen verbieten.
Der Leiter der Gedenkstaette Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe: Er will DDR-Uniformen verbieten.
Foto: ddp

Unterstützung erhält Knabe von Patrick Kurth, Sprecher Ost der FDP. Der Bundestagsabgeordnete zum KURIER: „Das Verwenden von Symbolen der Mauer, der Teilung oder dem Unrecht des sozialistischen Systems im ahistorischen Zusammenhang sollte untersagt werden.“  Für die Opfer des SED-Systems sei ein Schauspiel wie in Berlin nicht hinnehmbar.

Der Horch & Guck-Schick

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Laut Hubertus Knabe muss man etwa in Lettland bis zu 350 Euro Bußgeld zahlen, wenn man Symbole der ehemaligen Sowjetunion präsentiert, in Litauen drohten 290 Euro sowie die Beschlagnahmung von Abzeichen kommunistischer Organisationen. Auch in Ungarn, so der Historiker, stehe auf das Zeigen von Hammer und Sichel oder des fünfzackigen roten Sterns Geldstrafen. Knabe: „Nur Deutschland hinkt hier hinterher. Es wäre gut, wenn die Erinnerung an den Mauerbau nicht nur aus Sonntagsreden bestünde, sondern auch in Taten münden würde.“

Einblick in den DDR-Marine-Bunker

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