Seit dem Bruch mit Mario schläft Waltraud Ziervogel schlecht. Jetzt spricht die Konnopke-Chefin (76) im KURIER zum ersten Mal darüber, wie es zur Trennung kam und macht dem Filius ein Friedensangebot.
Lange war Mario Ziervogel in der Wurst-Saga vom Prenzlauer Berg der Juniorchef. Doch jetzt geht der Curry-Erbe eigene Wege. Und das liegt daran, dass Mutter Konnopke einfach nicht aufs Altenteil will. „Ich bin noch sehr rüstig. Ich möchte hier weiter machen. Ich bin seit 1955 im Geschäft, habe alles aufgebaut. Ich brauche die Gespräche mit Kunden, die Luft im Prenzlauer Berg zum Leben“, erzählt Waltraud Ziervogel, während die U-Bahn über ihren Kopf rattert. Bis sie 80 ist, will sie braten.
Waltraud Ziervogel und ihre Anwälte Ronald Schneehagen und Fabian Tiez. Den Markenstreit habe sie so nicht gewollt, sagt die Chefin.
Foto: SABINE GUDATHMindestens. Doch die Geschichte mit Mario liegt ihr schwer im Magen. Mutter und Sohn zusammen in einer Bude – irgendwann sei das nicht mehr gut gegangen, sagt die Chefin. „Mein Sohn hat das Alter erreicht, in dem er was Eigenes wollte. Wir sind nicht im Streit auseinander gegangen, hatten nur andere Vorstellungen davon, wie das Geschäft geführt werden soll. Es ging um Öffnungszeiten, Preise, Kleinigkeiten.“ Mario habe selber entscheiden wollen, ohne zu fragen. Für seine Kult-Curry wünscht Walli ihrem Sohn alles Gute.
Und doch war sie nicht bei der Eröffnung dabei. „Es herrscht Funkstille, wie reden nicht mehr miteinander“, Waltraud Ziervogel schaut auf den Imbisstisch. Das muss eine Mutter doch belasten? „Ich gehe arbeiten, das lenkt ab.“ Den Gerichtsstreit um den Markennamen habe sie so nicht gewollt. „Ich will Mario keine Steine in den Weg legen“, so Mutter Konnopke. Wenn abends Kunden kommen, will sie sie ab jetzt zu Mario schicken. „Er hat länger auf.“ Vielleicht können sie ja doch friedlich nebeneinander brutzeln. Traudchens Friedensangebot steht.
Konnopke-Eröffnung: Die Berliner standen in einer Riesenschlange für ihre Lieblingswurst an.
Foto: Thomas Lebie
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